Susi Stach wurde in den 1980er Jahren bei der Amerikanerin Lola Braxton in Wien als Schauspielerin ausgebildet. Mit der Regisseurin Karin Koller gründete sie den mit freien Eigenproduktionen agierenden Theaterverein „Proszenium“. Am „Theater der Jugend“ in Wien war sie Ensemblemitglied, spielte Gastrollen im Theater im Westen Stuttgart und im Theater „Drachengasse“. Seit 2004 ist sie am Konservatorium der Stadt Wien (MUK) als Schauspieldozentin tätig.
In der ZDF-Thrillerreihe „Im Schatten der Angst“ verkörpert sie seit Folge 2 die Kommissarin Irene Radek. Neben vielen Theaterrollen war sie in diversen TV- und Kinoproduktionen zu sehen, darunter „Vorstadtweiber“, „SOKO Donau“, „Die Frau in Gold“ und „Murer – Anatomie eines Prozesses“ und der „Landkrimi – Steiererhass“. Für „Planet Ottakring“ war sie für den Österreichischen Filmpreis nominiert, 2025 folgten wieder Romy-Nominierungen für „Die Fälle der Gerti B.“ und „Der Metzger traut sich“. Sie lebt mit ihrer Familie in Wien.
„Im Schatten der Angst – Der Skorpion“ ist am Montag, 9. März 2026, um 20.15 Uhr, im ZDF zu sehen, auf zdf.de ist der Thriller bereits ab Montag 2. März abrufbar.
Für Kriminetz beantwortete Susi Stach sieben Fragen.
Kriminetz: In der Folge „Im Schatten der Angst - Der Skorpion“ glaubt Ihre Figur der Kommissarin Irene Radek nicht an die Läuterung des Straftäters Lisky „vom Skorpion zum Frosch“. Die unbeirrbare Irene Radek hat Kanten und Ecken – was bedeutet es für Sie, diese Rolle zu spielen?
Susi Stach: Ich mag die Figur der Irene Radek weil sie als alter Hase im Kriminaldienst in einer Zeit ihre Ausbildung gemacht hat, als es bei der Polizei noch eher weniger Psychologen gab. Deshalb ist ihre Sicht eher eine nüchtere. Vor allem freue ich mich mit Julia Koschitz, die ich lange kenne und sehr gerne mag, zu drehen.
Kriminetz: Können Sie Ihre Rolle mitgestalten und der Irene Radek eigene Akzente verpassen? Oder wird sie strikt von Drehbuch und Regie vorgegeben?
Susi Stach: Von Seiten der Regie gibt es immer ein offenes Ohr für meine Vorschläge, weil sich das Verhältnis Radek – Dr. Eckhardt ja auch weiterentwickelt. Bei Serien oder Reihen fände ich es überhaupt sinnvoll wenn es einen writers´ room (also eine Ideensammlung) zusammen mit den Hauptdarstellern und den Drehbuchautoren gäbe.
Kriminetz: Zu Beginn des Films spielt Stefan Gorski den Straftäter Anton Lisky mit einer Wucht, der man beim Zuschauen die spätere Läuterung nur schwer abnimmt. Auch Kommissarin Irene Radek hat Ihre Bedenken und ist damit der Kontrapart zur forensischen Psychiaterin Dr. Karla Eckhardt, die von Julia Koschitz gespielt wird. Hätten Sie lieber ebenfalls einen Part übernommen, bei dem der Verwandlung des Anton Lisky geglaubt wird?
Susi Stach: Dann gäbe es ja keinen Konflikt, und der ist es ja, warum man eine Geschichte spannend findet. Die Figur Dr. Eckhardt hat mit ihrer empathischen Einschätzung von Lisky zwar recht, aber sie bezahlt das auch fast mit ihrem Leben. Da lebt die Figur Radek mit ihrer Sachlichkeit gesünder.
Kriminetz: „Im Schatten der Angst – Der Skorpion“ kommt gänzlich ohne sog. „Wiener Schmäh“ aus. Befindet sich dieser ganz eigene Blick auf die Welt und der Umgang damit allgemein auf dem Rückzug?
Susi Stach: Oh nein! Ich darf in der österreichischen Serie „Die Fälle der Gerti B.“ die Wiener Krimineserin (Kommissarin) Gerti Bruckner spielen, und da kommen alle Liebhaber des Wiener Schmähs voll auf ihre Kosten. Die zweite Staffel startet lustigerweise auch am 9.3. – also am 9.3. kommt man mir im TV kaum aus.
Kriminetz: Männer werden mit 70 Jahren noch Bundeskanzler oder mit beinahe 80 Jahren Präsident eines großen Landes. Für uns Frauen schaut es mit der öffentlichen Wahrnehmung im Alter anders aus. Gibt es denn mittlerweile mehr Filmangebote für Frauen ab fünfzig? Hat sich da was geändert?
Susi Stach: Ich kann mich nicht beklagen, ich mache eine Alterskarriere. Und ich hab großes Glück jetzt älter zu werden, denn in meiner Wahrnehmung waren vor 20 Jahren fast alle großen Rollen durchwegs mit jungen Frauen besetzt und ältere Frauen meist namenlose Großmütter.
Kriminetz: Sie engagieren sich für die Kampagne „Kind ist Kind“. Mögen Sie etwas darüber erzählen?
Susi Stach: Ich finde es extrem wichtig, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ab dem ersten Tag eine Obsorge bekommen und nicht zusammen mit erwachsenen Flüchtlingen in nicht kindgerechter Umgebung sich selbst überlassen werden. Weil jedes Kind ein Kind ist, das man schützen muss, egal woher es kommt, und besonders dann, wenn es alleine ist.
Kriminetz: Was sollte man bei einem Besuch in Wien auf keinen Fall auslassen?
Susi Stach: Einen Besuch in einem alten Wiener Kaffeehaus. Und dort auf keinen Fall einen „Kaffee“ bestellen, sondern eine „Melange“ oder einen „kleinen Brauen“ oder einen „Verlängerten“.
Kriminetz: Vielen Dank, Susi Stach, für die Beantwortung der sieben Fragen.




















