Sieben neue Fragen an Cornelius Obonya

Die Kriminetz-Redaktion traf Cornelius Obonya beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen, als dort ein Murot-TATORT seine Premiere feierte. Foto: © Jürgen Schmid, Kriminetz

Cornelius Obonya ist ein österreichischer Schauspieler. Er kam im März 1969 in Wien zur Welt und gehört zu einer der berühmtesten österreichischen Schauspielerdynastien. Von 2013 bis 2016 spielte er bei den Salzburger Festspielen den »Jedermann«, den bereits sein Großvater Attila Hörbiger verkörperte. Seit 2000 tritt Cornelius Obonya regelmäßig im Wiener Burgtheater auf. Seine Großmutter mütterlicherseits ist Paula Wessely, auch sein Vater Hanns Obonya war Schauspieler. Seine Mutter Elisabeth Orth war Doyenne des Wiener Burgtheaters. Der selbst mehrfach ausgezeichnete Schauspieler ist Fernsehzuschauenden aus zahlreichen Filmen bekannt, wie etwa den Krimi-Reihen TATORT und »Die Chefin«. Zudem ist er als Sprecher und Regisseur tätig.

Mit einem Murot-TATORT war er mit der Film-Crew 2024 zu Gast auf dem roten Teppich beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein.

Am 8. Oktober 2026 startet in der ARD die neue Krimi-Reihe Tiroler Blut mit Ursula Strauss in der Hauptrolle. Drei Generationen einer Innsbrucker Polizisten-Familie stehen im Mittelpunkt. Ab 5. und 8. Oktober 2026 in der ARD Mediathek sowie am 8. und 15. Oktober 2026 um 20:15 Uhr im Ersten. Die Drehbücher stammen von Grimme-Preisträger Christian Jeltsch, führt Regie führte Matthias Tiefenbacher.

Cornelius Obonya spielt im 2. Film der Reihe (Sendetermin: 15. Oktober 2026) den mächtigen Immobilienmanager Benedikt Renner. Dessen Tochter Emily (Julia Novohradsky) wird entführt.

Für Kriminetz beantwortete Cornelius Obonya sieben Fragen.

Kriminetz: Die Lust, Krimis zu gucken, scheint beim Fernsehpublikum ungebrochen zu sein. Wie lässt sich diese Faszination erklären?

Cornelius Obonya: Jeder liebt den kleinen gefahrlosen Nervenkitzel nach getaner Arbeit. Entspannte Spannung.

Kriminetz: In „Tiroler Blut“ haben Sie die Rolle eines Immobilienmanagers inne, dessen Tochter entführt wird. Verraten Sie vorab zu viel, wenn Sie die Frage beantworten, ob die Geschäfte des von Ihnen gespielten Benedikt Renner allesamt „sauber“ sind?

Cornelius Obonya: Nun, der Begriff "sauber" ist heute dehnbar - besonders bei Geschäften. Nur so viel: Ein Zuckerbäcker ist Renner nicht!

Kriminetz: Gab es eine Szene im Film, die sie bei den Dreharbeiten besonders berührt hat?

Cornelius Obonya: Das waren eher die Szenen, in denen Renner über gewisse Dinge einfach hinweggeht. Das zu spielen war insofern berührend für mich, weil ich an den zu spielenden Reaktionen der Kolleginnen und Kollegen sehen konnte, wie leicht solches jedem von uns passieren könnte. Wir konnten einfach mit einem gut geschriebenen Drehbuch arbeiten, wie ich finde.

Kriminetz: „Tiroler Blut“ wurde in Innsbruck und Umgebung sowie Wien und Umgebung gedreht. Was macht Innsbruck als Kulisse für einen Krimi so besonders?

Cornelius Obonya: Wenn man ununterbrochen nur Felsen vor sich hat, dann kann es - wenn man nichts Gutes im Schilde führen möchte - etwas eng werden im Blickwinkel. Und Innsbruck ist abgesehen davon ideal, weil die Stadt viel Geschichte, schöne Bauten und sehr modernes Leben zu bieten hat.

Kriminetz: Im Netz ist eine Homestory zu finden, in der steht, dass Sie (wieder) in Ihrem Elternhaus leben. Ist dies eine ganz besondere Form des „Bei sich selbst angekommen Seins“?

Cornelius Obonya: Nein, das hat sich so ergeben. Meine Eltern sind nun beide nicht mehr am Leben. Ich könnte überall bei mir selbst ankommen. Das ist ortsunabhängig.

Kriminetz: Sie waren anlässlich eines Murot-TATORTs im Jahr 2024 auf dem roten Teppich des Festivals des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein. Zum ganz großen Gruppenfoto stellte sich die angereiste Filmcrew dann sogar auf der Wiese neben dem Flussstrand auf, weil es so viele waren. Hat es Ihnen in Ludwigshafen gefallen?

Cornelius Obonya: Absolut. Und das Festival ist sehr freundlich und einfach fein. Ja, wir waren ein großes Team und dieser MUROT war mir ein ganz besonderes Vergnügen!

Kriminetz: Konnten Sie ein wenig von der Gegend in der „Kurpfalz“ sehen? Zum Beispiel iwwer die Brigg Mannheim und Heidelberg?

Cornelius Obonya: Das gehört zu den leidigen Dingen - wir drehen alle an den interessantesten Orten, haben aber nie wirklich Zeit für das wirkliche "Sehen". Eine Reise durch Deutschland wäre dann mal eine Hoffnung!

Kriminetz: Vielen Dank, Cornelius Obonya, für die Beantwortung der sieben Fragen.