Sina Jorritsma im Interview zu »Friesenwürfel«

Ostfrieslandkrimi-Autorin Sina Jorritsma im Interview zu ihrem neuen Buch »Friesenwürfel«.

Ihr neuer Ostfrieslandkrimi »Friesenwürfel« wurde gerade veröffentlicht. Er beginnt ja ganz unspektakulär, als die Borkumer Kommissare Mona Sander und Enno Moll zu einem Taschendiebstahl gerufen werden. Und wie kommt es dann zu einem Mord?

Ja, der Taschendiebstahl läuft gewaltfrei und unbemerkt ab. Doch die Inselermittler erkennen schnell, dass mit der Bestohlenen und den Menschen in ihrem Umfeld etwas nicht ganz in Ordnung zu sein scheint. Kommissarin Mona Sander gehört zu den Kriminalistinnen, die auf ihr Bauchgefühl vertrauen. Außerdem ist es höchst ungewöhnlich, dass ein Dieb nicht nur etwas wegnimmt, sondern auch noch einen Gegenstand zurücklässt. In diesem Fall einen roten Spielwürfel. Im weiteren Verlauf der Krimihandlung stoßen die Kommissare noch auf weitere Würfel, und die Ereignisse spitzen sich zu. Als sich dann wirklich ein Mord auf Borkum ereignet, stehen Mona und Enno vor einem sehr großen Rätsel. Sie müssen alles geben, um den Fall zu einem guten Ende zu führen.

Eine wichtige Rolle spielt der Kegelclub Gut Holz, der einen Ausflug nach Borkum macht, um sich dort zu amüsieren. Ist das Eiland denn eine typische »Partyinsel«?

Eigentlich nicht – dieses Image hat eher das benachbarte Norderney. Vielleicht war diese Insel ja schon zu überlaufen, so dass die Kegler von Gut Holz nach Borkum ausgewichen sind. Sie alle waren noch niemals zuvor auf der Insel. Eigentlich wollen sie nur ein paar unbeschwerte Tage auf Borkum genießen – doch nicht alle werden lebend heimkehren. Ob sie wissen oder ahnen, welche Gefahr ihnen droht? Um diese Frage zu beantworten, muss man den Krimi schon lesen

Hat Sina Jorritsma auch schon mal gekegelt? Und allgemein gefragt: Wie wichtig sind Recherchen für Ihre Krimis?

Ich habe auch gelegentlich schon mal eine Kegelkugel geschoben, obwohl in meiner ostfriesischen Heimat das traditionelle Boßeln eher der Sport ist, den man mit Kugeln ausführt – und zwar nicht auf einer Kegelbahn, sondern auf der Straße! Und daran habe ich durchaus Freude. Es gibt übrigens sogar nationale und internationale Meisterschaften im Boßeln, denn diese typisch ostfriesische Sportart ist zum Beispiel auch in den Niederlanden und Irland bekannt.

Recherchen sind generell sehr wichtig. Eine Geschichte kann noch so verrückt sein – die Fakten müssen stimmen, beispielsweise sollte ein zum Morden verwendetes Gift auch tatsächlich tödlich sein. Die Leser sind nämlich zu recht verärgert, wenn eine Autorin bei solchen Behauptungen ungenau ist.

Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.