»Freedom Fries – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit« lautete das Motto des Internationalen Literaturfestivals Heidelberg in diesem Jahr. Bereits seit 2023 wird es von Jagoda Marinić als künstlerischer Leiterin geprägt. Jagoda Marinić ist Schriftstellerin, Publizistin und Podcasterin, feste Kolumnistin für den Stern und publizierte international bereits in der New York Times. Vom 2. – 5. Juli 2026 präsentierten in der Heidelberger Halle02 preisgekrönte Autorinnen und Autoren aus dem In– und Ausland ihre neuesten Werke. Im Mittelpunkt des diesjährigen Festivals standen die drängenden Fragen unserer Zeit.
Das Festival wurde prominent eröffnet mit dem Ministerpräsidenten a. D. Winfried Kretschmann. In beinahe 30 Veranstaltungen bestand für das Publikum die Möglichkeit, Autorinnen und Autoren und ihre Geschichten näher kennenzulernen und sich darauf einzulassen. Jedes Mal war es dem Publikum möglich, Fragen zu stellen.
Einer der Höhepunkte des Festivals war die von Jagoda Marinić moderierte Veranstaltung mit Navid Kermani im vollbesetzten Saal. Er hatte seinen Roman »Sommer 24« dabei, in dem er auf bewegende poetische Art Fiktionales mit Fakten verwob. Zudem erzählte er von Reisen in den Sudan, wo ein Krieg stattfindet, über den wenig berichtet wird.
Moderator Michael Mertens unterhielt sich mit der Historikerin und Autorin Marie-Janine Calic über ihren Roman »Balkan – Odyssee«. Dana von Suffrin erzählte heiter von Toxi & Herzchen, den Hauptfiguren aus ihrem Roman »Toxibaby«, für die die Welt »plötzlich ein zauberhafter Ort« war. Jean-Philippe Kindler begeisterte im Gespräch, ebenfalls mit Hannes Fuß, über seinen Roman »Scheiß auf Selflove, gib mir Klassenkamp« das überwiegend junge Publikum. Katerina Poladjan wurde für ihren neuen Roman »Goldstrand« im Frühjahr in der Kategorie Belletristik mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2026 ausgezeichnet. Das Gespräch mit ihr führte Carsten Otte. Musikjournalistin und Autorin Miriam Davoudvandi sprach mit Moderator Philipp Neumayr über ihr neues Buch »Das können wir uns nicht leisten« und erzählte basierend auf ihrer eigenen Kindheit, was Armut in Deutschland bedeutet. Sämtliche Beteiligten des Festivals sind auf der Website von feelit.de aufgelistet.
Im Foyer präsentierten sich Heidelberger Verlage. Am Signiertisch konnte man sich nach den Veranstaltungen die Bücher signieren lassen, die die Bücherstube Tiefburg zum Kauf anbot und mit den weiteren Gästen ins Gespräch kommen.
Trotz des Sparzwangs, der auf Heidelberg wie auf vielen Kommunen lastet, war die »reduzierte« feeLit ein großes Fest der Literatur und der Sprache, ein Raum in welchem ein Austausch stattfand. Denn Literatur ist, wie Kultur allgemein, ein unverzichtbarer wesentlicher Bestandteil unseres Seins. Das Festival war inspirierend, anregend und führte anschaulich vor, wie wunderbar Räume sein können, in denen lebendige Diskussionen geführt werden. Und wie vielseitg das Leben sein kann, wenn es darum geht, Kultur gemeinsam zu genießen.





















