Krimis boomen. Besonders dann, wenn sie genau dort spielen, wo Leserinnen und Leser selbst unterwegs sind. Der Regionale Kriminalroman verbindet dann Heimatgefühl mit Mythos und Nervenkitzel und macht vertraute Orte plötzlich rätselhaft und suspekt.
So auch mein neuer Thriller, in dessen Mittelpunkt ein spektakulärer Raub der legendären Schatzkammerweine von Kloster Eberbach steht. Während oben im Laiendormitorium zur Wein-Gala ein politischer Umsturz mit Ministerpräsidenten-Entführung droht, gelingt unterirdisch ein höchst-spektakulärer Raub von historischem Ausmaß.
Jüngst hatte ich, der Autor Karl-Heinz Behrens (alias Gernot von Karben, mein ehemaliges Pseudonym) zur Premierenlesung meines dritten Rheingau-Krimis »Kammerflimmern – Tödliche Gelüste« an den wichtigsten Tatort im Buch geladen: In den historischen Hospitalkeller des Kloster Eberbachs, von dem die legendäre Schatzkammer mit ihren Tausenden Weinflaschen im Wert von mehreren Millionen abzweigt. Dort, zwischen jahrhundertealten Mauern und tiefen Gewölben, wo schon die Mönche ihre Weine lagerten und Geschichte noch sehr präsent ist, sollte die dramatische Handlung meines neuen Krimis für die Zuhörer spürbar werden.
Viele Gäste waren zum ersten Mal hier. Den beeindruckenden Mythos des Hospitalkellers mit der angrenzenden Schatzkammer kannten sie nur vom Hörensagen. Das sollte sich für die teilnehmenden Freunde des Rheingau-Krimis ändern. Denn ich las nicht nur über diesen geheimnisvollen Ort. Als Autor und Journalist gab ich dazu auch detaillierte Einblicke in seine lange Recherchearbeit, erzählte über prägende Eindrücke und Ideen und las dazu passende Passagen aus meinem Buch.
Für mich gibt es tatsächlich keinen passenderen Ort für die erste Lesung. Der Keller ist ja nicht nur Kulisse, sondern Teil der DNA meines Buches. Kloster und Hospitalkeller waren für mich eine Zeit lang kreative Bühne und atmosphärische Vorlage für meine Romane und Kurzgeschichten geworden.
Das spürten wohl auch die Zuhörerinnen und Zuhörer. Häufig würzte ich meine Lesung mit spannenden, authentischen, ja fast intimen Anmerkungen, die nur hier in den alten Mauern des Klosters funktionieren und wirken konnten. Bei einigen Passagen war ich plötzlich so drin in meiner Story, dass sich selbst bei mir – dem Vorleser – Gänsehaut-Felling einstellte. Letztendlich sollten meine Zuhörer Teil des Krimis werden. Und wer von ihnen bislang noch nie (gesundheitlich) mit Kammerflimmern zu tun hatte, der wußte spätestens nach meiner Lesung, was das ist. Scherz beiseite, aber in den Gesichtern meines Publikums konnte ich trotz des kühlen Kellers die eine oder andere Schweißperle entdecken.
Technisches Fazit: Am Ende hat die Veranstaltung kurzweilige Literatur, regionale Identität und die besondere Aura von Kloster Eberbach zu einem außergewöhnlichen Erlebnis verbunden. Und das nicht nur bei Publikum, sondern auch bei mir als Schreiber und Vorleser. Dafür gab es anschließend heftigen Beifall. Die Besucher schienen nicht nur von der exklusiven Premiere meines neuen Rheingau-Krimis beeindruckt, sondern auch von den spannenden Ausführungen über die Verbindung von Politik, Weinwirtschaft und menschlichen Abgründen begeistert.





















