Cover von: Inspektor Takeda und der lächelnde Mörder
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Inspektor Takeda und der lächelnde Mörder

Inspektor Takedas dritter Fall. Kriminalroman
Buch
Broschiert, 352 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3746633850

ISBN-13: 

9783746633855

Auflage: 

1 (13.04.2018)

Preis: 

9,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 15.352
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3746633850

Beschreibung von Bücher.de: 

Der ungewöhnlichste Polizist der letzten Jahre: Inspektor Takeda aus Tokio ermittelt in Hamburg: Eigentlich scheint der Fall klar. Ein junger Mann hat eine Frau auf einem Hamburger S-Bahnhof vor einen Zug gestoßen. Er leugnet jedoch, und plötzlich sind die Zeugen unsicher. Inspektor Takeda und seine Kollegin Claudia Harms müssen den siebzehnjährigen Simon wieder gehen lassen. Doch wo immer er auftaucht, passieren weitere Todesfälle. Claudia ist verzweifelt, weil es niemals sichere Beweise gibt, doch Takeda, ganz intuitiver Ermittler, hat eine andere Vermutung. Jemand benutzt Simon, um seine eigenen Taten zu verdecken.

»Inspektor Ken Takeda ... seit seinem 1. Fall bin ich ihm verfallen. Für mich einer der interessantesten, eigenwilligsten und attraktivsten Kommissare, die momentan in der deutschen Krimiszene unterwegs sind.« Cornelia Hüppe, Krimibuchhandlung Miss Marple, Berlin

Kriminetz-Rezensionen

Eine gelungene Zusammenarbeit Japan-Deutschland

Im dritten Fall muss der japanische Inspektor Kenjiro Takeda mit seiner deutschen Kollegin Claudia Harms einen Mordanschlag oder einem Unfall auf einem Bahnsteig nachgehen. Eine junge Frau stolperte, geriet unter einen einfahrenden Zug und starb an der Unfallstelle. Eine Schulklasse mit ihrem Lehrer war unter den wartenden Fahrgästen und ein Schüler, der genau hinter der Frau stand, scheint gedanklich ziemlich entrückt und lächelt nach dem Vorkommnis. Hat er eventuell nachgeholfen und wenn ja, weshalb? Die Videoaufzeichnungen sind nicht eindeutig, so dass Zweifel an seiner Schuld bestehen müssen, obwohl das Bauchgefühl etwas anderes sagt. Die Ermittlungen ergeben sehr schnell, dass es sich bei Simon Kallweit um den Sohn eines bekannten Politikers handelt, dass er ein Einzelgänger war und von seinen Mitschülern gemobbt, gefoltert und ausgegrenzt wurde. Wollte er durch diese Tat auf sich aufmerksam machen oder steckt eventuell ein Komplott dahinter, um seinem Vater zu schaden. Denn eine blütenreine Weste scheint der Politiker nicht zu haben. Ken und Claudia müssen sehr vielen Fragen nachgehen, bevor es zu weiteren Todesfällen kommt, bei denen sich Simon verdächtig oft in der Nähe aufgehalten hat. Es scheint, dass die Ermittlungen nicht recht von der Stelle kommen. Es dauert sehr lange, bis bei einem späteren Opfer ein entscheidender Hinweis gefunden wird, der sie in den Ermittlungen quasi nach vorne katapultiert, sie plötzlich in eine völlig andere Richtung lenkt und das Ganze am Ende schlüssig geklärt werden kann.

Auch dieser vorliegende Fall liest sich wieder spannend, unterhaltsam und mit einer Prise Humor. Ken und Claudia kennen sich mittlerweile samt ihren Eigenheiten sehr gut und sie sind sympathisch, menschlich und authentisch beschrieben. Ihre Zusammenarbeit wird immer wieder durch Kens Vergleiche mit Japan aufgelockert – hier spürt man auf jeden Fall die Japankenntnisse des Autors. Dieses Mal erfährt der Leser beispielsweise, welche Bedeutung das Thema Manga in Japan hat, einige Details zu dieser Szene und auch was es mit Hikikomori auf sich hat. Privat verstehen sich die beiden immer besser und chillen schon einmal gemeinsam. Wie bereits in den Vorgängerbänden betrachtet Ken die Personen oft mit einen anderen Blick und analysiert sie auf seine spezielle Art. Weiterhin raucht er immer noch seine Mild Seven und spielt begeistert Saxophon, dem Alkohol sind sie ab und an beide zugetan. Claudia hat sich etwas zum Positiven verändert, denn sie hat ihre sexuellen Aktivitäten eindeutig zurückgefahren.

Für mich sind diese Krimis eindeutig eine gelungene Mischung der beiden Kulturen und bei einem weiteren Fall bin ich bestimmt wieder dabei!

Kein einfacher Fall

Eine Schulklasse wartet am Bahnsteig auf ihre S-Bahn. Der Zug fährt ein und eine Frau fällt vor die Lok. Sie wurde vor von einem der Schüler gestoßen. Während alle geschockt sind, steht der junge Mann auf dem Bahnsteig und lächelt voller Glückseligkeit. Er gesteht zunächst die Tat, doch dann leugnet er. Die Filme der Überwachungskameras zeigen nicht, was genau geschehen ist, und die Zeugen werden unsicher. Also kommt der siebzehnjährige Simon Kallweit, Sohn des amtierenden Hamburger Justizsenators, wieder frei. Doch wieder gibt einen Todesfall und Simon ist wieder in der Nähe. Doch auch dieses Mal gibt es keine Beweise für seine Schuld.

Die Hamburger Kommissarin Claudia Harms und ihr vorübergehender Kollege aus Japan, Inspektor Kenjiro Takeda, stehen unter Druck. Irgendetwas ist merkwürdig an diesen Fällen. Kann es sein, dass jemand anders seine Taten so verschleiern will?

Dies ist inzwischen schon der dritte Fall, bei dem wir Inspektor Takeda bei seiner Arbeit erleben dürfen. Takeda ist durch ein Austauschprogramm nach Hamburg gekommen. Claudia Harms war zunächst gar nicht begeistert, aber inzwischen weiß sie Ken zu schätzen. Sie haben oft sehr unterschiedliche Ermittlungsansätze, aber gemeinsam kommen sie der Lösung immer näher. Claudia lässt ihren Emotionen freien Lauf und Ken spielt Saxofon und genießt Whisky, um runterzukommen. Inzwischen verstehen sie sich auch manchmal ohne Worte. Die beiden ergänzen sich gut, obwohl (oder gerade deswegen) sie unterschiedliche Denkweisen aufgrund ihrer Herkunft haben.

Simon bringt sein Gegenüber mit seinem Lächeln zur Weißglut. Hinter diesem Lächeln scheint er aber etwas zu verstecken. Ken mag den jungen Mann und versucht herauszufinden, was ihn antreibt.

Dieses Mal haben es die Hamburger Ermittler mit einem ganz besonders perfiden Fall zu tun, der ihnen einiges abverlangt. Aber gerade Takeda kann sich hier besonders einbringen, da er seine Erfahrungen mit Mangas hat, die in Japan eine ganz besondere Rolle spielen und auch in diesem Fall eine Bedeutung haben.

Was mich erschüttert hat, ist, wie brutal Jugendliche miteinander umgehen und dass Eltern nicht spüren, dass mit ihren Kindern etwas nicht stimmt.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und gut zu lesen. Obwohl dieser Fall ein wenig bedrückend ist, geht es auch immer wieder humorvoll zu, wenn sich Claudia und Ken einen verbalen Schlagabtausch liefern. Die Spannung ist von Anfang an hoch und bleibt es bis zum Ende.

Ich liebe diese Krimis um den japanischen Inspektor Takeda.