Cover von: Nacht über Föhr
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Nacht über Föhr

Historischer Küsten Krimi
Buch
Taschenbuch, 352 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3740802863

ISBN-13: 

9783740802868

Erscheinungsdatum: 

15.03.2018

Preis: 

11,90 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 127.475
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3740802863

Beschreibung von Bücher.de: 

Eine atmosphärisch dichte Zeitreise ins Biedermeier am Vorabend des deutsch-dänischen Krieges.

Föhr 1845: Der vierzehnjährige Schiffsjunge Ingwer Martens wird ermordet an der Lembecksburg gefunden, die Haut übersät mit eingeritzten Zeichen. Ist Südseeinsulaner Pana der Täter? Reiseschriftsteller Johann Kohl hat seine Zweifel und hilft Postausträgerin Mariane Brodersen, die Panas heimliche Geliebte ist, dessen Unschuld zu beweisen. Ingwers kleine Schwester Laura sucht den Mörder unterdessen im Kreis der wohlhabenden Badegäste. Doch die Föhrer Gesellschaft ist rätselhaft verstrickt. Als Laura plötzlich spurlos verschwindet, überschlagen sich die Ereignisse.

Kriminetz-Rezensionen

Toller historischer Kriminalroman

Im Jahre 1845 wird auf der Insel Föhr der vierzehnjährige Schiffsjunge Ingwer tot aufgefunden. Er wurde scheinbar erschlagen und im Nachgang noch mit einigen eingeschnitzten Symbolen versehen. Es deutet auf einen Ritualmord hin und ein Verdächtiger ist mit dem Südseemenschen Pana schnell gefunden. Nur dem Reiseschriftsteller Johann Kohl erscheint die Sachlage nicht so eindeutig und er schließt sich nicht der allgemeinen Hetzjagd auf den Fremden auf der Insel Föhr an, stattdessen stellt er eigene Recherchen an und stößt dabei auch schnell auf einige Ungereimtheiten ...

Schon mit "Eidergrab" konnte mich der Autor Volker Streiter begeistern. Auch bei "Nacht über Föhr" konnte er mich mit seiner bildreichen und der damaligen Zeit angepassten Sprache in die Mitte des 19. Jahrhunderts auf die Insel Föhr entführen. Die historische Kulisse wirkt sehr gut recherchiert und gibt das Leben auf der Insel authentisch wieder. Der Spannungsbogen wird mit dem Tod des Schiffsjungen zu Beginn des Buches aufgebaut und mit den Recherchen der unterschiedlichen Protagonisten und den damit verbundenen Wendungen und Informationen auf einem hohen Niveau gehalten. Die Hauptprotagonisten mit dem Reiseleiter Johann Kohl, der Schwester des Toten Laura und der Postfrau Marianne werden interessant und ausführlich charakterisiert und ihre gemeinsame Jagd nach dem Mörder des Schiffsjungen verbindet die unterschiedlichen Perspektiven zu einem Ganzen. Das sehr spannende Finale sorgt für einen nachvollziehbaren und überzeugenden Abschluss.

Mit "Nacht über Föhr" ist Volker Streiter aus meiner Sicht ein weiterer toller historischer Kriminalroman gelungen. Gerade die Recherchen mit den begrenzten Möglichkeiten der damaligen Zeit geben dem Buch ihren besonderen Charme. Ich empfehle den Krimi daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen!!!

Nacht über Föhr ...

„Kohl genoss die Weite des Landes, das Glitzern der Wassergräben und das grün-blaue Farbspiel des sich im Wind wiegenden Schilfgrases. Kaum vorstellbar, dass dieser Frieden durch eine Bluttat geschändet worden war.“ Zitat aus dem Buch

Zum Inhalt: Föhr 1845: An der Lembecksburg wurde der vierzehnjährige Ingwer Martens leblos gefunden. Ermordet. Und auf seiner Haut sind merkwürdige Zeichen eingeritzt! Pana, ein Südseeinsulaner, wird schnell als Mörder verdächtigt. Der Reiseschriftsteller Johann Georg Kohl zweifelt an Pana`s Schuld. Kohls Neugierde ist geweckt und er beginnt zu ermitteln. Laura, die jüngere Schwester von Ingwer, ist erschüttert. Warum wurde ihr Bruder ermordet? Auch sie kann nicht glauben, dass Pana der Mörder ist und sucht nun nach dem wahren Mörder! Ein sehr gefährliches Unterfangen! ...

„»Der Wilde hat einen Jungen erschlagen, bei der Lembecksburg. Einen Föhrer. Wir haben ihn erwischt, als er fliehen wollte«, rief ein stämmiger Friese, seiner Kleidung nach ein Bauer. »Ich habe genau gesehen, wie er an dem Toten herumgerissen hat, und als er mich dann erkannte, ist er weggelaufen.« …“ Zitat aus dem Buch, Seite 30

Meine Meinung: Der Schreibstil des Autors Volker Streiter ist angenehm fließend und passend zu der historischen Epoche im 19. Jahrhundert. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven.

Im Jahr 1845 war die Insel Föhr zweigeteilt. Am Anfang des Buches ist eine Karte von Föhr mit einigen Orten und der damaligen Grenze zu sehen. Wyk liegt im Osterlandföhr und die Lembecksburg im Westerlandföhr. Am Ende findet man ein hilfreiches Personenregister mit den fiktiven und historischen Personen, die in dieser Geschichte mitspielen.

Der sympathische Reiseschriftsteller Johann Georg Kohl (eine wahre Person) hat immer sein kleines Notizbuch dabei. Er verhält sich zu jedem höflich und respektvoll, egal ob arm oder reich. Sein Vorgehen ist gewissenhaft und gut durchdacht.

Es beginnt in der Nacht, als Ingwer ermordet wurde. Die 13-jährige Laura ist besorgt. Ihre Mutter ist verwirrt und hat Visionen vom Wikinger-Geist und Dämonen. Vielleicht hat ihre Mutter aber wirklich etwas Wichtiges an der Lembecksburg gesehen? ...

„… De Spöök, wie sie allgemein genannt wird, ist bekannt und ständiger Gegenstand von Tratsch und Spott.«“ Zitat aus dem Buch, Seite 35

Kohl ist in dieser Nacht mit einem Segelschiff auf Föhr angekommen. Am nächsten Morgen begibt sich Kohl auf einen Spaziergang durch den Kurort Wyk. Promenaden, Gärten, Badegäste und Einheimische …

Die idyllische Stimmung, die der Autor sehr gut zur Geltung bringt, wird durch den Mord an Ingwer und die Festnahme von Pana plötzlich zerstört.

Gemeinsam mit Kohl lernt man Land und Leute näher kennen. Friesen und reiche Kurgäste. Die edle Gesellschaft ist anscheinend gar nicht so edel ;) Man erfährt Interessantes über das gesellschaftliche Leben und die Auswirkungen der Spannungen zwischen dem Herzogtum Schleswig und dem Königreich Dänemark. Die landschaftlichen Beschreibungen sind anschaulich. Man fühlt sich in diese Zeit hineinversetzt!

Der Handlungsverlauf ist kurzweilig und mit spannenden Situationen gespickt. Die Informationen, die Kohl nach und nach erhält, laden zum Miträtseln ein. Ob die Postfrau mehr weiß? Sie misstraut Kohl, weil sie ihn für einen eingebildeten Badegast hält …

Nicht jeder scheint überzeugt zu sein, dass Pana der Mörder ist, aber fast jeder hält es für die beste „Lösung“ …

Die Suche nach dem Mörder hätte für mich noch etwas zügiger vorangehen können, aber Langeweile kam dennoch nie auf!

Die historischen Aspekte waren faszinierend und wissenswert! Zwischendurch gibt es auch ein paar amüsante Momente!

Ein historischer Küstenkrimi mit einem rätselhaften Mord und viel Interessantes über die damalige Zeit (Mitte des 19. Jahrhunderts) auf Föhr!

Leseempfehlung! 4+ Sterne.