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Mord in der Mittsommernacht

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle
Buch
Taschenbuch, 370 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3458681485

ISBN-13: 

9783458681489

Auflage: 

1 (10.05.2021)

Preis: 

10,95 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3458681485

Beschreibung von Bücher.de: 

Ein Antiquitätenhändler wird tot am Strand von St. Kilda aufgefunden - war es Mord oder Selbstmord? Phryne Fishers Spürsinn ist gefragt. Und als wäre das nicht genug, soll sie noch ein illegitimes Kind ausfindig machen, dem ein großes Erbe winkt. Trotz der nicht endenwollenden Hitzewelle, die Melbourne heimsucht, heißt es nun, einen kühlen Kopf zu bewahren. Unerschrocken, mit Charme und Chuzpe nimmt Phryne Fisher die Ermittlungen auf und muss sich dabei mit unliebsamen englischen Aristokraten, dubiosen Geisterbeschwörern und allerlei merkwürdigen Gestalten herumschlagen …

Glamourös, klug und unabhängig, eine moderne Frau und eine gewitzte Detektivin - das ist Miss Phryne Fisher. Die wohlhabende englische Aristokratin lässt sich in den wilden 1920er Jahren in Melbourne nieder, wo sie ihr Single-Dasein in vollen Zügen genießt - und nebenbei einen Mordfall nach dem anderen löst. Nicht immer zur Freude der örtlichen Polizei.

Kriminetz-Rezensionen

Miss Fisher ermittelt

Miss Phryne Fisher ist mir als Detektivin aus der witzigen australischen Fernsehserie bekannt. Ich mag diese emanzipierte, elegante Ermittlerin, die in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts in Melbourne lebt. Vermögend wie sie ist, hätte sie einen Beruf nicht nötig. Es ist die Lust am Abenteuer und an kriminalistischen Rätseln, die sie zur Detektivin werden ließ. Gleich zwei Fälle hat sie im Band »Mord in der Mittsommernacht« zu lösen.

Eine ältere Dame bittet sie, den Tod ihres Sohnes zu klären, denn an einem Selbstmord glaubt sie nicht. Der Sohn hatte einen erfolgreichen Antiquitäten- und Trödelhandel. Liegt hier der Grund für seinen Tod?

Zeitgleich kommt ein zweiter Auftrag: Für eine Erbangelegenheit soll sie nach einem unehelichen Kind der Erblasserin forschen, denn ohne das unbekannte Kind kann das Erbe nicht aufgeteilt werden. Hier wartet eine begüterte, italienischstämmige Familie auf ihren Einsatz.

Phryne löst ihre Fälle mit Scharfsinn und Eleganz. Die Beschreibung ihrer Garderobe samt Hüten war ein Genuss. Auch ihr unkonventionelles, durchaus glamouröses Leben samt attraktivem Liebhaber macht Spaß zu verfolgen. Zusammen mit ihrem unkonventionellen Haushalt geht sie die Aufgaben an. Nicht immer werden Phrynes Gedankengänge klar und der Leser hat auch nicht immer die Möglichkeit, an ihren Schlussfolgerungen teilzuhaben. Aber auch wenn das Miträtseln ein wenig fehlt, ist das Buch ein spannender und kurzweiliger Lesegenuss.

Die Zwanziger Jahre sind farbig eingefangen und Melbourne in dieser Epoche war mir unbekannt. Umso mehr habe ich Phrynes Ermittlungen in der feinen australischen Gesellschaft genossen.

Kleine kursiv gedruckte Einsprengsel verweisen auf Ereignisse in der Vergangenheit, die konnte ich aber nicht immer mit der Handlung in Verbindung bringen.

Es ist immer ein Risiko, wenn Figuren oder Geschichten, die man aus Filmen kennt, nun in Buchform vor sich hat. Aber bei diesem Krimi, den der Insel-Verlag neu auflegte, ist das gut gelungen. Lediglich den Titel »Mord in der Mittsommernacht« konnte ich nicht in Bezug zur Handlung bringen.

Sehr amüsant

Australien, Januar 1929: Es ist heiß, und am liebsten würde Phryne Fisher sich in ihrem Haus verkriechen, doch es werden zwei interessante Fälle an sie herangetragen, und so nimmt sie die Ermittlungen auf.

Augustin Manifolds Mutter glaubt nicht daran, dass ihr Sohn im Meer ertrunken ist oder gar Selbstmord begangen hat und bittet Phryne darum, seinen Tod aufzuklären.

Die Geschwister Bonnetti können die Erbschaft ihrer Mutter noch nicht aufteilen, denn es gibt Anzeichen, dass ihre Mutter in jungen Jahren ein uneheliches Kind zur Welt gebracht hat, und aufgrund des Testaments würde auch dieses erben. Phryne soll untersuchen, ob es das Kind gibt und wo es sein könnte.

Wer die Serie »Miss Fishers mysteriöse Mordfälle« kennt, wird sich hier bestens zurechtfinden, auch wenn das Figurenensemble ein bisschen anders ist als dort. Phryne Fisher ist ein wunderbarer Charakter, so frei- wie großzügig, empathisch, unabhängig, liebenswert, klug und humorvoll. Aber auch die anderen Charaktere sind gelungen gezeichnet, oft mit etwas spitzer Feder, aber immer so, dass man sie sich sehr gut vorstellen kann.

Neben der Aufklärung der Fälle – die im übrigen beide überraschend,  aber nachvollziehbar aufgeklärt werden – nimmt der Leser an Phrynes Privatleben teil, das nicht weniger lesenswert ist. Einzig auf die Einschübe in kursiv könnte ich gut verzichten, sie haben am Anfang verwirrt und am Ende in meinen Augen zu wenig zusätzliche Informationen geliefert.

Besonders gut gefällt mir der Erzählstil, die Bilder, die die Autorin zeichnet, die Worte, die sie Phryne in den Mund legt, bringen mich sehr oft zum Schmunzeln. Und auch das Kopfkino, das erzeugt wird, ist gelungen. Durch Kerry Greenwoods Beschreibungen sehe ich zudem nicht nur, ich rieche und höre auch und empfinde die Hitze mit.

Vor einiger Zeit las ich »Tod am Strand«, das ich auch mochte, aber dieser Band hat mich so richtig überzeugt, am Ende – und das Ende ist genauso gelungen wie der Rest des Bandes – war ich richtig traurig, dass ich mich verabschieden muss.

Neben zwei gut konstruierten Fällen erlebt der Leser auch einiges von Phryne Fishers Privatleben mit – und amüsiert sich insgesamt köstlich. Der Humor ist tatsächlich das, was ich hier am meisten mag, direkt gefolgt von dem wunderbaren Erzählstil der Autorin, die mich umfassend mitnimmt in ihre Geschichte. Gerne vergebe ich hier volle Punktzahl und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.