Cover von: Der rote Apfel
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Der rote Apfel

Thriller
Buch
Broschiert, 352 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3453423356

ISBN-13: 

9783453423350

Auflage: 

1 (10.08.2020)

Preis: 

12,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3453423356

Beschreibung von Bücher.de: 

Wie wird ein unschuldiges Kind zu einem erbarmungslosen Serienkiller?

Seoul, Gegenwart: Ein perfider Serienmörder hat die Stadt monatelang in Atem gehalten. Jetzt ist Lee Byongdo, der Killer mit dem zarten Gesicht, gefasst worden und wird in einer Psychiatrie verwahrt. Doch Lee schweigt. Es gibt nur einen Menschen, mit dem er bereit ist zu reden: mit der jungen Psychologin Sonkyong. Allerdings nur unter der Bedingung, dass sie ihm bei jedem Besuch einen saftigen roten Apfel mitbringt. Niemand weiß, warum er Sonkyong gewählt hat, denn beide sind sich nie begegnet.

Die junge Frau willigt in das Treffen ein - ohne zu ahnen, dass sie damit einen Weg beschreitet, der sie in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele führt …

Kriminetz-Rezensionen

So schwarz kann eine Seele sein

Endlich sitzt der Serienmörder, der Seoul monatelang in Atem gehalten hat, in der Todeszelle. Aber die Polizei glaubt, dass er mehr Morde als die bisher zugegebenen auf dem Gewissen hat. Die Einzige, mit der er bereit ist zu reden, ist die junge Psychologin Lee Sonkyong. Aber sie soll einen roten saftigen Apfel mitbringen. Warum will er ausgerechnet mit ihr sprechen? Woher kennt er sie? Und was hat es mit dem Apfel auf sich? Fragen, die Sonkyong hofft bei einem Gespräch mit ihm klären zu können.

Wow, was für eine Geschichte. Die ersten Gänsehautmomente hatte ich schon beim Prolog. Und bei denen ist es nicht geblieben.

»Du bist weniger Wert als eine streunende Katze«. Ein Satz von vielen, die mich immer wieder schockiert haben.

Anfangs habe ich mich mit den ungewohnten Namen der Menschen, die ich hier kennenlerne, etwas schwergetan. Das hat sich aber nach kurzer Zeit gelegt.

Die Geschichte ist insgesamt sehr leise und langsam, baut Spannung ganz langsam auf und geht stetig auf ein Ziel hin, wo ich mir aber nicht vorstellen konnte, wo es mich hinführen würde. Es gibt keine dauernden Wendungen, keine superspannenden Cliffhanger, keine falschen Fährten, auf die ich hätte hereinfallen könnte. Trotzdem konnte ich mit dem Lesen kaum aufhören, weil ich unbedingt wissen wollte, was die Geschichte noch bringt. Es sind ganz kleine Hinweise, die mich antreiben, immer weiter kommen zu wollen.

Mi-Ae Seo kommt mit nur vier Hauptpersonen aus, um einen Thriller zu schreiben, der mir richtig unter die Haut geht. Vor allem, weil auch ein Kind, die 10-jährige Yun Hayong eine der Protagonisten ist. Sie lebt, nachdem ihre Großeltern, bei denen sie nach dem Tod ihrer Mutter gelebt hat, bei einem Hausbrand ums Leben gekommen sind, bei ihrem Vater Yun Chaesong und seiner neuen Frau Lee Sonkyong. Sie wiederum hat den Serienkiller Lee Byongdo mehrfach besucht und einen kleinen Einblick in sein Leben bekommen. Hier spielt z.B. ein Song der Beatles eine zentrale Rolle.

Ich bin schockiert, wie manche Menschen andere benutzen, um an ihr Ziel zu kommen. Wie sie Seelen zerbrechen, ohne sich darüber Gedanken zu machen, was daraus entstehen kann. Ich habe, wie es der Klappentext beschreibt, in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele blicken müssen.

Ein Buch mit vielen Gänsehautmomenten, mit Geheimnissen, die verborgen bleiben sollen, das ich absolut empfehlen kann. Wenn man sich an die asiatischen Namen gewöhnt hat, einfach ein Lesegenuss.

Schockierender Thriller

In Sonkyongs jungem Leben wird gerade alles kräftig durcheinander gewirbelt. Ihr Mann muss nach einem katastrophalen Unfall seine 10-jährige Tochter Hayong zu sich nehmen und Sonkyong muss sich mit der Rolle der Stiefmutter erst anfreunden. Aber sie gewöhnt sich schnell daran, auch wenn sie findet, Hayong benimmt sich nicht so, wie andere Mädchen in ihrem Alter.

Vertraute
Dass der Serienmörder Lee Byongdo sie als seine einzige Gesprächspartnerin, seine einzige Vertraute, auserkoren hat, macht Sonkyong ebenfalls zu schaffen. Offenbar hat sie aber auch niemanden, mit dem sie sich darüber austauschen könnte. Natürlich drängen sich hier die Bilder aus »Das Schweigen der Lämmer« auf – dort war die ja FBI-Studentin Clarice Starling plötzlich in der Rolle der Vertrauten eines Serienmörders.

Hannibal Lecter
Aber genau damit spielt »Der rote Apfel« auch immer wieder ganz offen und ich finde, dass das sehr geschickt gemacht ist. In beiden Büchern geht es im Grunde um Kindheitstraumata und wie sie das Leben auch viel später noch beeinflussen können. Während Sonkyong Byongdos Erzählungen zuhört, entdeckt sie immer mehr Parallelen zwischen ihm und ihrer Stieftochter Hayong.

Furcht
Irgendwann beginnt sie sich wirklich vor Hayong zu fürchten. Dieser Verlauf ist wirklich sehr spannend und mitreißend erzählt und ich fürchte mich beinahe auch schon vor dem kleinen Mädchen. Kamen ihre Großeltern wirklich durch einen Unfall ums Leben? Warum zieht sich der Vater immer weiter zurück und überlässt Sonkyong die alleinige Erziehung? Was führt das zehnjährige Mädchen tatsächlich im Schilde?

Spannend und temporeich
Im Großen und Ganzen liest sich »Der rote Apfel« wirklich spannend, das Tempo ist hoch und vieles wendet sich, ganz überraschend, in eine völlig andere, nicht vorhersehbare Richtung. Manches wurde für meinen Geschmack aber viel zu ausführlich erklärt, was so manchen spannenden Moment zerstört hat. Mit den vielen, für mich fremd klingenden, Namen hatte ich nur auf den ersten Seiten Probleme – in meinem Kopf hört ja niemand zu, wie ich sie gedanklich ausspreche :-)

Mein Fazit
»Der rote Apfel« von Mi-Ae-Seo ist ein spannender Thriller um das Gespräch eines Serienmörders mit einer Kriminalpsychologin. Es erinnert zwar an »Das Schweigen der Lämmer« – ist aber dann doch ganz anders und ganz eigenständig. Wer auf psychologische Spannung steht, der sollte auf jeden Fall mal reinschauen :-)