Cover von: Rüebliland
Amazon Preis: EUR 10,90
Bücher.de Preis: EUR 10.90

Rüebliland

Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 256 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3740806311

ISBN-13: 

9783740806316

Erscheinungsdatum: 

22.08.2019

Preis: 

10,90 EUR
Amazon-Bestseller-Rang: 503.296
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3740806311

Beschreibung von Bücher.de: 

Ein berührender Kriminalroman: authentisch, emotional, hochspannend.

Samanthas Welt gerät ins Wanken, als sie nach Hause fährt und ihre Adoptiveltern ermordet auffindet. Kurz darauf wird sie von einer Inderin kontaktiert, die behauptet, ihre leibliche Schwester zu sein. Verzweifelt beginnt Samantha Nachforschungen anzustellen und entdeckt, dass die Unterlagen zu ihrer Adoption verschwunden sind. Ist der Grund für die Morde in ihrer Herkunft zu finden? Samantha begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit und nach ihren Wurzeln - und gerät dabei in den Fokus des Mörders ...

Kriminetz-Rezensionen

Warum mussten die Eltern steben?

„... Deine Eltern haben dich geliebt. Lass dir gesagt sein, du hast das große Los gezogen. Du konntest dir keine besseren Eltern wünschen ...“

Die 28-jährige Samantha steht mit ihren Kollegen Spalier, als der Laborleiter Andre Villinger Laura heiratet. Sobald es geht, verlässt sie den Platz. Sie freut sich auf den gemeinsamen Urlaub mit ihren Eltern. Doch daraus wird nichts. Als sie die Wohnung betritt, findet sie beide tot vor. Der Fall landet bei Christian Bachmann und Fritz Landolt.

Die Autorin hat einen fesselnden und informativen Krimi geschrieben. Das Buch ließ sich nur schwer aus der Hand legen. Der Schriftstil lässt sich flott lesen. Es passt sich dem jeweiligen Inhalt an.

Samantha lebt zwar in der Schweiz, doch ihre Wurzeln liegen in Indien. Sie wurde als Kind adoptiert, als ihr Vater geschäftlich in Indien war.

Der Überfall auf die Eltern war kein Einbruch, denn es fehlt nichts. Erst Tage später stellt Samantha fest, dass ihre Adoptionsunterlagen verschwunden sind. Zu dem Zeitpunkt hat sich schon Ranjana bei ihr gemeldet, die anfragt, ob sie ihre verschwundene Schwester ist. Plötzlich weiß Samantha nicht mehr, was sie glauben soll. Laut Aussage ihrer Eltern war sie eine Waise, die ihre Familie bei einem Brand verloren hat.

Die Autorin versteht es, durch geschickte Fragen von Bachmann Samanthas Leben vor mir aufzublättern. Allerdings habe ich bei seinen Fragen immer den Eindruck, dass er einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht ausschließt.

Sehr behutsam werden Samanthas Befindlichkeiten beschrieben. Im Haus der Eltern empfindet sie Beklemmung. Nach Ranjanas Mail weiß sie außerdem nicht mehr, was sie glauben soll. Haben ihre Eltern sie belogen? Sowohl ihre beste Freundin Lorena als auch ihr Onkel Valentin raten ihr von weiterer Kontaktaufnahme mit Ranjana ab. Sie halten sie für eine Schwindlerin. Das Eingangszitat stammt von Sonja, ihrer Schwägerin.

Die Ermittlungen der Polizei laufen lange ins Leere. Es gibt weder Spuren noch Motiv. Dann aber soll Samantha ihren Vorgesetzten zu einem Audit nach Indien begleiten. Wird sie mit neuen Erkenntnissen zurückkommen?

Sehr differenziert werden die Verhältnisse in Indien geschildert. Die Zusammenarbeit mit den einheimischen Firmen ist nicht konfliktfrei. Samantha wird nicht nur mit Hochglanzhotels, sondern auch mit den Schattenseiten der Städte konfrontiert. Dazu gehört die allgegenwärtige Luftverschmutzung. Tiefgründig wird das Schicksal von Mädchen dargelegt. Das klingt dann so: „... Sie war nicht gewollt und Ballast gewesen. Man hatte sie fortgeschmissen. Verkauft wie Ware. Nur, weil sie ein Mädchen war ...“

Gerade die Abschnitte in Indien sind nicht nur authentisch, sondern ebenfalls emotional bewegend. Trotzdem ist Platz für Humor oder Ironie, wie das folgende Zitat von Joel belegt: „... Gewöhne dich am besten gleich daran. Die Engländer haben die Bürokratie nach Indien gebracht und die Inder haben sie perfektioniert ...“

Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es ist nicht fesselnd geschrieben, hat eine sympathische Protagonistin und greift ein wichtiges Thema auf.

Emotionaler Kriminalroman

Samanthas Welt gerät von einem auf den anderen Moment völlig aus den Fugen. Sie ist mit ihren Adoptiveltern zum Start in einen gemeinsamen Urlaub verabredet und findet die beiden jeweils in einer Blutlache liegend tot auf. Der Schock sitzt tief und die Situation eskaliert weiter, als eine fremde Frau mit ihr Kontakt aufnimmt und behauptet, sie könnte ihr Schwester sein. Samantha sucht nach den Unterlagen der Adoption, kann sie aber, obwohl ihr Vater in solchen Sachen sehr akribisch und zuverlässig war, nicht mehr finden. Gibt es ein Geheimnis hinter der damaligen Adoption? Hat dies gar zum Tod ihrer Adoptiveltern geführt? Samantha macht sich auf die Suche...

Ich habe bereits einige Bände aus der schweizerischen Krimi-Reihe aus dem Aargau der Autorin Ina Haller gelesen und war bei jedem Buch erneut begeistert. Ich bin daher mit großen Erwartungen in die neue Reihe der Autorin gestartet und wurde auch durch die neuen Protagonisten nicht enttäuscht. In ihrer lebendigen und sehr flüssig zu lesenden Schreibweise erzählt Ina Haller die Geschichte um Samantha und ihrer geheimnisvollen Vergangenheit. Die Haupt-Protagonistin wird sehr interessant gezeichnet und kann schon nach wenigen Seiten Sympathiepunkte sammeln. Es macht Spaß, sie auf ihren Recherchen bezüglich der eigenen Herkunft zu begleiten und die Autorin versteht es, hierüber einen Spannungsbogen aufzubauen und diesen bis zu dem für mich überraschenden Finale auf einem hohen Niveau zu halten. Der Leser bekommt im Verlaufe des Buches immer wieder die Gelegenheit eigene Überlegungen bezüglich der Täterschaft und den Tathintergründen anzustellen, was den Lese-Spaß aus meiner Sicht zusätzlich steigert. Emotional berührend thematisiert Ina Haller die indische Sicht auf junge Mädchen und baut dies sehr geschickt in die Geschichte ein, ohne irgendwelche Klischees zu bedienen.

Für mich ist "Rüebliland" ein sehr gelungener Regionalkrimi mit authentisch geschilderten Lokalkolorit aus der Schweiz, der aber auch ein wenig über den Tellerrand hinausschaut und sich damit von den vielen anderen Regionalkrimis positiv abhebt. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.