Cover von: Brunnenleich
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Brunnenleich

Der zweite Fall für Kommissar Richard Levin. Franken-Krimi
Buch
Taschenbuch, 320 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

383922344X

ISBN-13: 

9783839223444

Auflage: 

1 (04.07.2018)

Preis: 

12,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 383922344X

Beschreibung von Bücher.de: 

Während des Coburger Schlossplatzfestes wird in einem Brunnen eine Frauenleiche entdeckt. Eigentlich ein Routinefall, wäre die Frau nicht schon vor Jahren von ihrem Ehemann ermordet worden. Der vorgetäuschte Mord zerstörte nicht nur ihn, sondern auch die beteiligten Familien. Was trieb Melinda nun in ihre Heimat zurück? Kommissar Richard Levin muss nicht nur das Geheimnis um die Tote aufklären, sondern findet zudem heraus, dass seine Vorgesetzte ausgerechnet die Tochter des Mannes ist, dem er nie mehr begegnen wollte.

Kriminetz-Rezensionen

Coburger Sommer

Sommer in Coburg, unbeschwert und voller Leichtigkeit findet das Schlossbergfest statt. Doch dann wird in einem Brunnen eine Frauenleiche gefunden. Es wird kein Routinefall für die ermittelnden Beamten. Bald stellt sich heraus, dass die Papiere der Toten eine Fälschung sind und es sich um eine Coburgerin handelt, die vor 17 Jahren angeblich in der Dominikanischen Republik von ihrem Ehemann ermordet wurde. 15 Jahre lang saß Walter Hauptmann dafür in karibischem Knast, verurteilt hauptsächlich durch die Zeugenaussage seines Bruders, seinen Unschuldsbeteuerungen hat niemand geglaubt. Inzwischen lebt er wieder in Deutschland, aber so recht Fuß fassen konnte er nicht mehr.

Für die Dienststellenleiterin Maxie Frohn und ihren Mitarbeiter Richard Levin eine besondere Ermittlung. Nicht nur wegen der vielen Facetten des Falls, die mehr als einen Rachemord vermuten lassen, sondern hauptsächlich wegen der vielen atmosphärischen Störungen zwischen den beiden Beamten. Maxie kam als Vorgesetzte aus Nürnberg und hat sich offensichtlich noch nicht richtig in den Kollegenkreis integrieren können. Was durchaus auch an Levin liegen könnte, der mit ihr nicht so recht klarkommt. Jedenfalls fühlen sich beide in ihrer Haut nicht sehr wohl und mehr als einmal sprühen die Funken.

Oberfranken ist ja eine wunderschöne Location und die sommerliche Altstadt von Coburg als Hintergrund für diesen spannenden Regionalkrimi hat mir sehr gefallen. Die Geschichte, die nicht nur Krimi sondern auch ein Familiendrama ist, ist sehr gut aufgebaut. Die Spannung ist hoch und je weiter der Leser hinter die Geheimnisse der damaligen karibischen Geschehnisse kommt, desto spannender wird es. Die ganz unterschiedlichen Charaktere der Ermittler, die sich zumindest anfangs eher behindern als an einem Strang zu ziehen, bringt noch einen weiteren Handlungsstrang in die Geschichte. Wobei ich, das kann ich nicht verhehlen, eher auf Maxie Frohns Seite stand und Richard Levin mit seinen machohaften Allüren und Empfindlichkeiten keine ungeteilte Sympathie entgegenbringen konnte.

Mit der Auflösung der Geschichte ist Ilona Schmidt noch ein besonderer Coup gelungen.
Wieder einmal ein toller Regionalkrimi aus dem Gmeiner Verlag.

Spannender und unterhaltsamer Frankenkrimi, der im schönen Coburg spielt

In einem Coburger Brunnen wird während des Schlossplatzfestes eine Frauenleiche entdeckt. Nach Klärung ihrer Identität stellt sich prompt heraus, dass die Dame eigentlich schon länger tot ist als gedacht! Sie war damals vor 17 Jahren von einem Segelboot in der Dominikanischen Republik verschwunden. Die frischgebackene und engagierte Dienststellenleiterin Kriminalrätin Maximilia Frohn und ihr Team versuchen, Licht in diesen außergewöhnlichen Mordfall zu bringen!

Der Regionalkrimi von Ilona Schmidt „Brunnenleich“ spielt im schönen Coburg und ich war wirklich sehr gespannt auf diesen Ausflug ins heimatliche Oberfranken! Der zu ermittelnde Fall ist von der Autorin wirklich raffiniert angelegt und führt uns zuerst in der Zeit zurück in ein weit entferntes Urlaubsgefilde, die Dominikanische Republik. Dort startet die Geschichte mit einem etwas ungewöhnlichen Drama, nicht so ganz klar einzuordnen, um dann in die Coburger Gegenwart zu schwenken. Die Personen sind gut beschrieben und charakterisiert. Besonderes Augenmerk wird auch auf das Ermittlungsteam und deren Arbeitsklima gelegt. Es menschelt, könnte man sagen. Genau in der richtigen Dosierung, wie ich finde, nicht zu viel, nicht zu wenig und auch sehr sympathisch! Der Schreibstil ist einladend flüssig und unterhaltsam zu lesen. Die Recherchearbeit zum Lokalen und zur Ermittlungsarbeit erscheint mir sehr gut und professionell ausgeführt! Der Spannungsbogen startet sanft, hält und steigert sich im Laufe des Buchs aber kontinuierlich, um für einige erstaunliche Wendungen zu sorgen! Es hat mich natürlich so gar nicht überrascht, das auch die leckeren fränkischen Bratwürste ein kleine Rolle im Krimi bekommen, denn so eine „Bratwurschtsemmel“ kommt immer gerade recht, wenn es ums Ermitteln geht ;)

Ein wirklich spannender und lesenswerter Frankenkrimi mit sparsam dosiertem Lokalkolorit ;) Also durchaus auch für Nicht-Franken verständlich! Gut lesbar auch ohne den ersten Band „Bocktot“ zu kennen.