Cover von: Gray
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Bücher.de Preis: 20,00 €

Gray

Kriminalroman
Buch
Gebundene Ausgabe, 380 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3442314437

ISBN-13: 

9783442314430

Erscheinungsdatum: 

15.05.2017

Preis: 

20,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 326.330
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3442314437

Beschreibung von Bücher.de: 

Dr. Augustus Huff, Dozent an der berühmten Universität von Cambridge, hat plötzlich ein Problem: einer seiner Studenten ist in den Tod gestürzt. Nur ein tragischer Unfall oder Mord? Augustus vermutet Letzteres, denn das Opfer war alles andere als ein Engel. Ein Mörder im Elfenbeinturm - das darf nicht sein, und so macht sich Augustus, unterstützt von Gray, dem Graupapageien des Verstorbenen, auf die Suche nach dem Täter. Der Vogel erweist sich aber als vorlautes Federvieh, und zuerst stolpert Augustus von einem Fettnäpfchen in das nächste. Doch schon bald ist es Gray, der die richtigen Fragen stellt und Augustus begreift: nur gemeinsam können sie es schaffen, diese harte Nuss von einem Fall zu knacken.

Kriminetz-Rezensionen

Bad Romance

Nein, eine schlechte Romanze ist es ganz und gar nicht, welche Gray – einen Graupapagei – und sein neues Herrchen Augustus miteinander verbindet. Letzterer ist Dozent in Cambridge und war Tutor von Elliot, einem Studenten, der den Papagei für seine Studien beobachtete und beim Fassadenklettern abgestürzt ist. Durch das Geplapper von Gray und einiger Funde in Elliots Nachlass kommen Augustus Zweifel an der Unfalltheorie und er stürzt sich (von Gray unterstützt) in die Aufklärung des Todesfalls, immer mit dem Hit von Lady Gaga im und am Ohr.

Mein Eindruck:
Viele Kleinigkeiten führen zu einem großen Lesegenuss. Da ist zum Beispiel die liebevolle Gestaltung mit kleinen Illustrationen an den unteren Seitenrändern, welche sich als Daumenkino mit Papagei entpuppen. Aber auch inhaltlich hat das Buch Einiges zu bieten. Die Wahl des altehrwürdigen Cambridge als Schauplatz mit seinen Ritualen und Konventionen – dazu als Kontrapunkte das Fassadenklettern und der sprechende Papagei. Mittendrin mit Augustus ein Held, der mit einigen liebenswerten Macken ausgestattet ist, die er im Verlauf der Geschichte heldenhaft überwindet und – last but not least – Gray, immer einen flotten Spruch auf den Lippen und Zeuge der Vorgänge, die zum Ableben Elliots führten.

Vor allem die Sprüche und Eigenarten Grays, die völlig gegenläufig zu dem zwanghaft ordentlichen und um ein angemessenes Verhalten bemühten Augustus sind, bringen nicht nur die Leser zum Lachen, sondern die Geschichte voran und führen letztlich zur Aufklärung der Ereignisse. Es gefällt, dass der Papagei dabei nicht etwa menschlich agiert, sondern nur sehr intelligent die erlernten Sprüche an passender Position an den Professor bringt, der seinerseits das Puzzle um die ambivalente Person zusammensetzt. Swann hat sich sehr viel Mühe gegeben, um ihre Akteure ein ganzes Netz von Möglichkeiten an Motiven zu spinnen, in dem sich Elliot tödlich verfängt. Ihr Stil dabei ist sehr gut lesbar, wunderbar leicht und mit viel Humor ausgestattet, die Figuren sind komisch, jedoch nie lächerlich.

Mein Fazit:
Ein in jeder Beziehung sehr gefälliger (Todes)fall

Papagei Gray ermittelt

Ein Student von Augustus Huff wird Tod aufgefunden. Augustus kann sich nicht vorstellen, dass Elliot wirklich Selbstmord begangen haben soll und geht von Mord aus. Auch übernimmt Augustus vorübergehend den Graupapagei Gray, der um sein Herrchen trauert. Beide gewöhnen sich recht schnell aneinander und so begeben sie sich zusammen auf die Mördersuche. Recht schnell wird klar, dass Gray die richtigen Fragen stellt und Augustus der ist, der die Antworten finden muss.

Dies ist nun schon der vierte Roman, den die Autorin Leonie Swann veröffentlicht hat. Für mich persönlich war es der zweite Roman, den ich von ihr gelesen habe.

Mich hat hier die Idee bzw. die Umsetzung gereizt. Denn wie soll ein Graupapagei die Ermittlungen zu einem Mord führen? Aber durch seinen Gegenpart Augustus Huff, der dafür da ist, sich die richtigen Gedanken zu machen, ergänzen sich die beiden Figuren sehr gut.

Der Einstieg ins Buch ist mir recht gut gelungen, allerdings habe ich mich im Verlauf des Buches etwas schwer getan und so musste ich öfters Pausen machen, damit ich das Gelesene sacken lassen konnte und gedanklich auch bei der Geschichte zu bleiben.

Die Geschichte wird vollständig aus der Sichtweise von Augustus erzählt, wo auch Gray zu Wort kommt. Und dann gab es noch 2-3 Tagebucheinträge die von einer anderen Figur stammen.

Ich persönlich fand den Erzählstil, den die Autorin gewählt hat, teilweise etwas langatmig und ja, manchmal wurde auch etwas zu ausführlich beschrieben und hat so auch den Lesefluss immer wieder unterbrochen. Der Spannungsbogen war dagegen wirklich bis fast zur letzten Seite erhalten und so konnte man selbst auch rätseln, wer denn nun der Täter ist und was denn sein Motiv ist.

Dem Handlungsverlauf kann man recht gut folgen, auch wenn man manche Entscheidungen nicht so ganz nachvollziehen kann. Man konnte sich dank der guten Beschreibungen alles sehr gut vor dem inneren Auge entstehen lassen während des Lesens. Auch die doch sehr unterschiedlichen Figuren des Romans waren sehr detailliert beschrieben und so hatte man auch bei diesen keinerlei Probleme sie sich während des Lesens vorzustellen.

Alles in allem hatte ich mit dem Roman unterhaltsame Lesestunden, auch wenn er mich nicht vollständig überzeugen konnte. Deshalb vergebe ich vier von fünf Sternen.

Humor und schräge Charaktere - ich wurde sehr gut unterhalten

Elliot, Student und zukünftiger Lord Fairbanks, liebt es, über die Dächer Cambridges zu klettern. Eines Tages liegt er tot vor der King's College Chapel, vom Turm gestürzt. Elliots Graupapagei Gray landet bei Dr. Augustus Huff, Fellow und Elliots Tutor, der bald daran zweifelt, dass Elliots Sturz ein Unfall war.

Leonie Swann hat einen neuen Tierkrimi geschrieben, wobei dieses Mal, anders als bei den Schafen, der Papagei nicht selbst ermittelt, Ermittler ist ganz allein Augustus Huff, auch die Polizei sucht man hier vergebens. Gray, ein sehr intelligenter und gut trainierter Papagei, kann aber Denkanstöße geben, und sorgt überhaupt erst einmal dafür, dass Huff ans Ermitteln kommt.

Augustus Huff ist ein recht eigenwilliger Protagonist, denn er hat so seine Probleme, er leidet unter Zwangsstörungen, und so ist es für ihn zunächst gar nicht so einfach, mit Gray, der allerhand Durcheinander mit sich bringt, klar zu kommen. Das legt sich aber nach und nach, und es ist schön mit anzusehen, wie er den Papagei immer mehr in sein Herz schließt. Ich hatte einige Probleme, mir Huff bildlich vorzustellen, mir drängte sich schnell das Bild eines älteren, schrulligen und zerstreuten Professors auf (dabei ist Huff noch gar kein Professor), obwohl er eigentlich noch ziemlich jung und offenbar recht gut aussehend ist, denn nicht nur Gray trägt dazu bei, dass Huff ein Frauenschwarm zu sein scheint. Huffs Gedankengänge machten es mir oft einfach schwer, ihn mir wie beschrieben vorzustellen.

Das ist aber nicht weiter schlimm, er ist halt recht skurril, und da ist das Alter zweitrangig. Dafür hatte ich bei allen anderen Charakteren ein lebhaftes und bestimmt viel zutreffenderes Bild vor Augen. Gut gelungen sind sie der Autorin allesamt – auch der Papagei. Meist „sieht“ man die Charaktere aus Huffs Sicht, also schon subjektiv gefärbt, aber vielleicht gerade deswegen gut getroffen.

Bildhaft geht es oft zu in diesem Roman, und viele Szenen bringen den Leser zum Schmunzeln, wenn Huff z.B. die Kekse vor Gray versteckt, nicht ohne sich vorher noch einen in den Mund zu stopfen, und Gray dann den hektisch kauenden Mann anschaut.

Huffs Ermittlungen sind nicht immer zielführend, aber unterhaltsam, am Ende wird der Fall natürlich trotzdem aufgelöst, und zwar zufriedenstellend, und in Huffs und Grays Leben gibt es ein paar Veränderungen. Ich habe den Roman zufrieden zugeschlagen.

Ich fühlte mich sehr gut unterhalten von diesem humorvollen Roman voller mehr oder weniger schräger Charaktere und bin schon gespannt, mit welchem Roman uns die Autorin als nächstes überrascht. Von mir gibt es volle Punktzahl und eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Übrigens bietet der Roman auch neben dem Lesen ein bisschen Unterhaltung, denn es gibt ein Daumenkino, dessen Bildchen mich auch beim Umblättern erfreuen konnten.