Cover von: Frostmond
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Bücher.de Preis: 18,00 €

Frostmond

Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 288 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3865327230

ISBN-13: 

9783865327239

Auflage: 

1 (24.02.2021)

Preis: 

18,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3865327230

Beschreibung von Bücher.de: 

In den Tiefen Kanadas werden Verbrechen an indigenen Frauen aufgedeckt.

Seit Jahren verschwinden junge Frauen indigener Herkunft spurlos entlang des Transcanada-Highways. Für die Polizei scheinen diese Verbrechen keine Priorität zu haben.

Doch als die 15-jährige Jeanette Maskisin in Montreal tot aufgefunden wird und die Medien darüber groß berichten, werden die Ermittler Garner und LeRoux auf den Fall angesetzt. Ihre erste Anlaufstelle ist ein Cree-Reservat im hohen Norden Quebecs, aus dem Jeanette stammt. Dort stoßen die Polizisten auf Ablehnung, denn aus Sicht der First-Nation-Familien hat sich die Polizei nie für die vermissten Frauen interessiert. Die Ermittler kommen immer mehr in Bedrängnis, denn es werden weitere Opfer befürchtet und auch der Täter wird zur Zielscheibe - jemand hat blutige Rache geschworen.

Kriminetz-Rezensionen

Wichtiges Thema

In Montreal wird die Leiche einer sehr jungen Cree-Frau angeschwemmt. Sie wurde gefoltert, misshandelt und durch einen aufgesetzten Kopfschuss getötet. Die Sûreté sieht schnell einen Zusammenhang zu den Morden an indigenen Frauen entlang des Transcanada Highways und zieht den Profiler Ted Garner hinzu. Dessen Zusammenarbeit mit dem ermittelnden Sergeant Jean-Baptist LeRoux gestaltet sich schwierig. In einem sind die beiden sich allerdings relativ einig, und zwar was die Vorurteile der indigenen Bevölkerung gegenüber betrifft. Sie machen sich äußerst widerwillig an die Aufklärung, schließlich geht es »nur« um eine Indianerin, die wohl eh niemand vermisst. Doch einer vermisst sie und macht sich alleine auf, um Jeanette Maskisin zu rächen.

Frauke Buchholz greift für ihren Krimi ein wichtiges Thema auf, das wahrlich kein Ruhmesblatt für den Ruf Kanadas als freies, liberales Land ist; denn die Morde an indigenen Frauen entlang des Transcanada Highways sind keine Erfindung, sondern geschehen und die Aufklärung steht nicht gerade hoch oben auf der Agenda der Behörden. Auch im ach so freiheitlichen und offenen Kanada ist Alltagsrassismus nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel.

Im ersten Drittel des Buches habe ich mich recht schwergetan, weil da ein Ungleichgewicht zwischen der Botschaft und der Geschichte ist. Auch hat mir das Bedienen von Klischees nicht gefallen. Der dauernd fremdgehende, ausgebrannte, zu viel trinkende Franko-Canadier LeRoux, der kopfgesteuerte, seine Gefühle unterdrückende Anglo-Canadier Ted Garner, dessen angebliche Brillanz als Profiler sich mir im gesamten Buch nicht vermittelte und der nur um eine gute Presse besorgte Leiter der Sûreté. Um einige Beispiele zu nennen. Mehr Gleichgewicht ist wieder vorhanden, wenn sie das Leben im Cree-Reservat beschreibt. Aber eine gewisse Ausgewogenheit fehlte im Grunde dem ganzen Buch. Immer wenn mich die Geschichte zu fesseln begann, kam eine unrealistische Wendung, eine Phrase oder eine Aktion, die mich störte.

Trotz all meiner Kritik bin ich froh über dieses Buch und wünsche ihm viele LeserInnen. Doch ich hoffe auch, dass die Autorin in ihrem nächsten Werk die gleiche Sorgfalt, die sie den realen Fakten einräumt, ihren Charakteren und ihrem Plot zuteilwerden lässt.

Faszinierender Thriller mit authentischem Background

In ihrem Debüt-Roman »Frostmond« greift Frauke Buchholz ein wichtiges politisches Thema auf: das Verschwinden indigener Frauen entlang des Transcanada-Highways.

Als die schwangere fünfzehnjährige Jeanette Maskisin, eine junge Cree, ermordet im Hafen von Montreal aufgefunden wird, scheint es für die Sûreté Montreal zunächst nur ein weiterer Fall zu sein, für dessen Aufklärung sich niemand wirklich interessiert. 

Erst auf Druck der Presse wird dem ermittelnden Sergeant Jean-Baptiste Leroux ein Profiler namens Ted Garner zur Seite gestellt. Die Kooperation zwischen den beiden ungleichen Männer gestaltet sich von Anfang an schwierig. Während LeRoux mehr und mehr in eine Ehe- und Lebenskrise hineinschlittert, führt die Konfrontation des intellektuellen und zunächst mit rassistischen Vorurteilen behafteten Garner mit der Realität indigenen Lebens zu einer Transformation. Doch nicht allein die Spannung zwischen diesen beiden komplexen und überzeugenden Charakteren macht den großen Reiz von Frostmond aus, sondern auch der dritte »Ermittler«, ein junger Cree, der den Mord an seiner Cousine auf eigene Faust rächen will und dabei einem alten Cree-Mythos folgt.

Durch die Handlungsführung auf mehreren Ebenen und den Perspektivwechsel zwischen den drei Protagonisten gelingt es Frauke Buchholz, den Leser über die gesamte Länge des Romans in Atem zu halten. Der einsetzende kanadische Winter spiegelt dabei perfekt die düstere Grundstimmung von Frostmond. Auch sprachlich überzeugt der Roman. Knallharte, realistische Dialoge mit kurzen Sätzen wechseln mit poetischen und beinahe mystischen Naturbeschreibungen. Unbedingt lesen!

Außergewöhnlicher und fesselnder Kriminalroman

Obwohl bereits seit Jahren junge Frauen entlang des Transcanada-Highways spurlos verschwinden, hat die Polizei noch nicht viel unternommen, um diese Serie zu stoppen. Die Opfer sind indigene Frauen, was die bisherige Untätigkeit wohl erklären mag. Und so ist es auch nur der Medienwirksamkeit der Presse zu verdanken, dass nach dem Auffinden der 15-jährigen Jeanette Maskisin die beiden erfahrenen Ermittler LeRoux und Garner auf den Fall angesetzt werden. Ihre Recherchen führen sie in das Reservat der Cree-Indianer, wo sie aber auf eine Mauer des Schweigens stoßen. Die Lösung des Falls rückt aufgrund fehlender Indizien in immer weitere Ferne und sowohl LeRoux als auch Garner haben auch noch in ihrem privaten Leben ihre Kämpfe zu absolvieren …

Die Autorin Frauke Buchholz hat mit »Frostmond« einen aus meiner Sicht herausragenden Kriminalroman geschrieben. Sie erzählt die Geschichte in einem temperamentvollen und hervorragend zu lesenden Schreibstil, bei dem sie auch kein Blatt vor den Mund nimmt. Zudem hat sie ihre beiden Hauptprotagonisten schonungslos offen und interessant charakterisiert, so dass es ihnen schwerfällt Sympathiepunkte zu verteilen, aber der Geschichte eine besondere Note verleihen. Der Spannungsbogen wird mit dem Auffinden der Leiche des indigenen Mädchens Jeanette eher klassisch aufgebaut und über die ereignisreichen Ermittlungen sowie die Charakterstudien der beiden Ermittler auf einem hohen Niveau gehalten. Das fulminante Finale weiß mit einem hohen Maß an Spannung und einer genau zur Geschichte passenden Auflösung zu überzeugen. Ohne irgendwelche Klischees zu benutzen, wurde das brisante Thema der Integrierung indigener Völker in Kanada in den Fokus gerückt und geschickt in die clever konzipierte Geschichte eingebaut.

Insgesamt hat mich »Frostmond« als rauer und kompromissloser Kriminalroman komplett überzeugt und ich bin gespannt, ob es weitere Fälle für das so ungleiche »Team« LeRoux und Garner gibt. Ich kann das Buch nur wärmstens weiterempfehlen und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerten. Bisher eines meiner Lesehighlights in diesem Jahr.

High Way Morde

Immer wieder werden entlang des Transcanada Highways ermordete junge Frauen gefunden, überwiegend Indigene, keines dieser Verbrechen wurde aufgeklärt. Es scheint keine große Priorität bei den Ermittlungsbehörden zu haben. Als ein junges Mädchen tot gefunden wird, schaltet sich die Presse ein und auf diesen Druck hin werden provinzübergreifende Ermittlungen angestellt. Ted Garner, ein kühler, analytischer Beamter aus dem englischsprachigen Teil Kanadas und Jean Baptiste Leroux, emotional und moralisch ungefestigt, werden zum Team wider Willen.

Sie können die Identität des jungen Mädchens klären, stoßen aber im Reservat auf Misstrauen und Ablehnung. Wer kann es den Stammesangehörigen verdenken, haben sie doch immer unter Vorurteilen und Rassismus zu leiden.

Leon, der Cousin der toten Jeanette, macht sich auf eigene Faust nach Montreal auf, um die Mörder seiner Verwandten zu finden.

Ein spannender und vielschichtiger Kriminalroman. Ich habe mit großem Interesse die kulturellen und gesellschaftlichen Hintergründe verfolgt, die die Autorin kenntnisreich in den Fall einbettet. Man merkt, dass sie vieles aus eigener Anschauung kennt. Vor allem die Trostlosigkeit, die Armut und den verbreiteten Alkoholismus in den Reservaten, eine Folge der fortdauernden Unterdrückung und Entwurzelung der Stämme der First Nations, schildert die Autorin realistisch und engagiert.

Das Ermittlergespann konnte mich allerdings nicht überzeugen, besonders LeRoux, der sich in der Szene der Stripclubs und Bordelle eher vergnügt als ermittelt, blieb mir zu plakativ. Die Sprache ist bildreich und der Ton der beiden Ermittler mitunter derb, das fand ich durchaus stimmig. Besonders im letzten Drittel, wenn Leon seinen Rachefeldzug führt, wird Action und Tempo noch einmal gesteigert.

Über das Leben der indigenen Völker im heutigen Kanada, ihrer fortwährenden Diskriminierung und Ausgrenzung, habe in diesem informativen Krimi sehr viel erfahren.

Das Verschwinden der indigenen Frauen Kanadas

»Behandele einen Stein wie eine Pflanze, eine Pflanze wie ein Tier und ein Tier wie einen Menschen.« (Indianische Weisheit)
In den Weiten und der Idylle Kanadas häufen sich seit einigen Jahren die Verbrechen und Morde an jungen Frauen indigener Herkunft. Besonders häufig findet man die Toten entlang des Transkanada-Highways. Als das letzte Opfer, die erst 15-jährige Jeanette Maskisin, schwer entstellt aus dem Wasser gezogen wird, holt man den Psychologen und Profiler Ted Garner zur Hilfe. Er soll nun ein Profil des Täters erstellen, damit Sergeant der Sûreté du Quebec Jean Baptiste LeRoux (J.B.), diesen möglichst schnell fassen kann. Bei einem Besuch des Cree-Reservats im Norden Quebecs, aus dem Jeanette herkam, stoßen die beiden nur auf Ablehnung und Feindseligkeit. Kein Wunder, denn bisher hat sich die Polizei wirklich wenig um die vielen vermissten Frauen gekümmert. Doch nicht nur, dass die Ermittler weitere Opfer befürchten, sie und der Täter werden selbst zur Zielscheibe. Denn jemand will Jeanettes Tod rächen, komme, was da wolle.

Meine Meinung:
Das Debüt der Autorin, die selbst einige Zeit in einem Cree-Reservat in Kanada gelebt hat, ist wirklich bemerkenswert, was das Lokalkolorit und die Beschreibungen rund um die indigene Bevölkerung anbelangt. Sie schildert nicht nur von den Problemen der Regierung mit den Ureinwohnern, sondern ebenso von Drogen, Alkohol und Missbrauch. Was sicherlich daran liegt, wie man schon seit Jahren diese Menschen behandelt. Sie haben kaum Arbeit und werden als Art Schauobjekte und Touristenattraktion in Reservate gesteckt. Kein Wunder, dass da junge Frauen versuchen auszubrechen, um in einer Stadt wie z.B. Montreal eine neue Zukunft zu finden. Doch leider fallen sie oft in die Hände von Dealern und Bossen von Prostituierten. 

Der Letzte, der Jeanette lebend gesehen hat, war ihr Cousin Leon Maskisin. Ihm hat sie anvertraut, dass sie in die Stadt abhauen möchte. Und auch wenn er sie gewarnt hat, bestiehlt sie ihn und haut ab. Dadurch wird Leon zu einem der ersten Verdächtigen.

Dieser Kriminalfall lebt größtenteils von den Begebenheiten rund um die beiden Ermittler Ted Garner und J. B. LeRoux. Ihre Charaktere sind hier zwar nicht gerade sehr sympathisch, doch dafür haben sie wirklich ein bemerkenswertes Profil. Während J. B. eher der Frauenheld und Liebhaber ist, der trotz glücklicher Ehe mit Sophie laut Ted seinen Schwanz nicht in der Hose lassen kann. Die Amtssprache der Sûreté ist Französisch, während Ted aus dem englischen Teil Kanadas kommt. Darum tituliert er LeRoux gerne auch als Froschfresser, wohin gegen er der Hinterwäldler ist. Dadurch kommen sich die beiden öfters ins Gehege oder jeder von ihnen macht es im Alleingang, was dann ebenfalls zu Problemen führt. Jedoch Sympathie für die Indianer haben sie beide nicht gerade. Trotzdem spürt man sehr gut, dass Ted seinen Beruf weitaus ernster nimmt als LeRoux , für ihn scheint dieser nur noch eine Last zu sein. Kein Wunder also, das er so für Ted nicht gerade eine große Hilfe ist.

Selbst Polizeichef Morel empfinde ich als unsympathisch, arrogant und herablassend. Zwar haben mich die beeindruckenden Informationen über die Ureinwohner Kanadas gefreut, doch dafür blieb meiner Meinung nach der Krimi etwas auf der Strecke. Von daher als reiner Kriminalfall wäre er mir fast zu wenig gewesen. Besonders was die Spannung anbelangt, die erst so richtig im letzten Drittel aufkommt. Außerdem kam mir dann das Ende viel zu schnell und etwas zu unrealistisch daher. Selbst wenn es dort noch spannend wurde, waren einige Aktionen der Ermittler nicht richtig durchdacht. Außerdem blieben mir am Ende noch einige Fragen offen und gerne hätte ich mehr über Jeanettes Verbleib vor dem Mord erfahren. Deshalb gibt es von mir gute 3 1/2 von 5 Sternen.