Cover von: Unbarmherziges Land
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Unbarmherziges Land

Ein Kentucky-Krimi
Buch
Taschenbuch, 204 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3608505121

ISBN-13: 

9783608505122

Auflage: 

1 (24.07.2021)

Preis: 

15,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3608505121

Beschreibung von Bücher.de: 

»Brillant« New York Times Book Review

Eine tote Frau in den Bergen. Alle wissen etwas, doch der Justiz vertraut keiner. Willkommen in Kentucky.

Mick Hardin, Ermittler für das CID der US-Army, ist auf Heimaturlaub. Seine Frau ist hochschwanger, doch sie reden nicht miteinander. Seine Schwester Linda, erst kürzlich zum ersten weiblichen Sheriff von Rowan County aufgestiegen, steht vor ihrem ersten Mordfall, den ihr die lokalen Politiker am liebsten wegnehmen würden. Der übliche Chauvinismus oder geht es um mehr?

Mit ihrem Bruder Mick macht sich Linda an die Lösung des Falls, denn sie weiß, dass unter der schönen und rauen Hügellandschaft Kentuckys die Gewalt brodelt und die offizielle Justiz keinen guten Stand hat. Bleibt nur die Frage, was tödlicher ist: die Menschen oder die Landschaft und was sie aus ihnen macht?

Kriminetz-Rezensionen

Gelungene Überraschung

Was für ein tolles Buch. Bei Eintreffen des Buches war ich skeptisch, nur gut 200 Seiten, recht groß geschrieben. Aber ich bin schon lange nicht mehr so überrascht worden. Genau die richtige Länge, keine überflüssigen Beschreibungen oder Dialoge.

Im Mittelpunkt des Krimis steht Mick Hardin, Militärermittler, der unerlaubt die Armee verlässt, um zuhause ein paar Dinge zu regeln. Seine Ehe steht vor dem Aus, da seine Frau schwanger ist und das nicht von ihm.

Im zweiten Handlungsstrang bittet ihn seine Schwester Linda, die der erste weibliche Sheriff des County ist, in einem Mord um Hilfe.

Mick ist trotz langer Abwesenheit tief in Kentucky verwurzelt. Er kennt die Menschen und weiß, wie sie ticken. Er versucht alles, um zu verhindern, dass die private Auslegung von Recht und Gesetz ihnen zuvor kommt.

Linda kämpft mit den uralten Vorbehalten gegen einen weiblichen Sheriff.

Was steckt hinter dem Mord? Das Ende ist überraschend.

Offutt beschreibt Menschen und Landschaft so treffend und sorgfältig, dass man ein Teil der Story wird. Man ist von Anfang an in der Handlung drin.

Von mir eine klare Leseempfehlung!

Blutrache auf Amerikanisch

Bunt und ins Auge stechend … so könnte das Cover des neuen Romans von Chris Offutt beschrieben werden und vor allem eine Überraschung. Kaum 220 Seiten und dafür trotzdem mit einem stolzen Preis versehen. Doch nach der Leseprobe war es klar, dass ich dieses Buch lesen wollte. Es ist sicherlich kein literarisches Meisterwerk, aber eine gute Geschichte, die mir mehr über Kentucky erzählt, und der Krimi daran ist eigentlich fast Beiwerk.

Mick Hardin erwacht total besoffen in der kleinen Blockhütte im Wald, in der auch groß geworden ist, durch den Besuch seiner Schwester Linda, die mittlerweile der Sheriff dieses Countys geworden ist. Sie bittet ihren Bruder um Hilfe, da eine Frau getötet wurde …

Mick arbeitet normalerweise in der Army und ist auf Urlaub zu Hause, um seine privaten Probleme mit seiner Frau Peggy zu lösen, was an sich nicht so einfach ist, doch wer hätte ahnen können, dass jeder in diesem County irgendeine Geschichte hat, die nicht so ohne ist.

Die Suche nach dem Mörder wird auch zu einer Geschichte über die Einwohner und Ihre Besonderheiten, Ihre Verwandtschaftsverbindungen zueinander, Ihre Eigenarten und ihrem Weg mit Niederlagen umzugehen. Wer nicht aus dieser Gegend kommt, hat so gut wie keine Chance, in dieser herrlich verstrickten Welt anzukommen. Es ist in jedem Fall ein wunderbarer Einblick in die Blutrachewelt aus den USA.

Der Schreibstil ist sehr stark und ehe man sich versieht, ist das relativ dünne Buch auch schon gelesen, was natürlich für den Schreibstil spricht, auf der anderen Seite aber auch etwas unbefriedigend ist, da die Geschichte schnell wieder vorbei huscht. Mick ist klar der Held und auch sehr sympathisch, mit Hirn, Einfühlungsvermögen und auch Durchsetzungsvermögen, die Idealbesetzung und der amerikanische Traum also …

Es hat mir sehr gut gefallen und ich werde langsam, aber sicher zu einem Tropen Verlag Fan, da mich die letzten Romane schon stark beeindruckt haben. Was mir absolut nicht gefällt, ist wie gesagt der Preis, der für 220 Seiten zu hoch ist.

Für mich eine Empfehlung, aber die Zielgruppe ist breit gesteckt. Klarer Held, der alles kann, Krimi, der eher Beiwerk ist, aber auch gut gelöst wird, und eine Verhaltensstudie der Bewohner von der Bergregion in Kentucky.

Karge Landschaft – wortkarge Menschen

Die karge und raue Landschaft Kentuckys ist in diesem Krimi nicht nur Kulisse und Schauplatz, sondern spielt eine zentrale Rolle, hat sie doch die Menschen, die hier leben, seit Generationen tief geprägt. So auch den Hauptakteur Mick Hardin, Ermittler für das CID der US-Army, der sich im Moment auf Heimaturlaub befindet. Allerdings verbringt er diesen nicht zu Hause bei seiner hochschwangeren Frau, sondern in einer Hütte im Wald, in der er bei seinem Großvater aufgewachsen ist. Denn seine Frau ist nicht von ihm schwanger …

Als eine weibliche Leiche in den Bergen gefunden wird, muss Hardins Schwester Linda, die erst kürzlich zum ersten weiblichen Sheriff von Rowan County aufgestiegen ist, ihren ersten Mordfall aufklären. Da sowohl Linda als weiblicher Sheriff als auch die Justiz im Allgemeinen keinen guten Stand in den Kentucky Hills haben, bittet sie ihren Bruder um Unterstützung. Dieser stürzt sich mit seinen ganz eigenen Methoden in die Ermittlungen, da er dabei seine privaten Probleme gut verdrängen kann, aber auch, um für Gerechtigkeit zu kämpfen.

Mick und Linda bilden ein eher wortkarges, aber gut funktionierendes Geschwister-Ermittlerpaar. Privatleben und der eigentliche Kriminalfall nehmen etwa gleich viel Raum ein, was aber der Spannung keineswegs abträglich ist. Der Krimi ist schlüssig, unterhaltsam und durchweg spannend. Einzig der Schluss war mir etwas zu »amerikanisch« heldenhaft. Aber vielleicht darf Mick Hardin ja noch in einem Folgeband ermitteln?

Unbarmherzige Situationen

Linda, der erste weibliche Sheriff, hat ihre erste Leiche. Sie muss den Tathergang herausfinden. Zur Hilfe kommt ihr Bruder Mick, der gerade auf Heimaturlaub ist. Dieser hilft, wo er kann, kämpft jedoch selbst mit familiären Problemen.

Der Schriftsteller zeigt Kentucky mit seinen Facetten. Das Land ist rau, die Bewohner ebenfalls. Er beschreibt die Natur, oft die dort lebenden Tiere. Apropos Tiere: Die Geschichte mit dem Esel hat mich nicht wirklich erfreut. Das wirkt für mich eher befremdend und zeigt, wie anders dieses Land tickt. Die Leute haben einen anderen Umgang untereinander, aber auch gegenüber der Natur. Das erstaunt mich aber dennoch, denn Amerika ist doch eigentlich auch zivilisiert, sollte man meinen.

Ich fand das Buch eher mittelmäßig spannend und war ganz glücklich darüber, dass es nicht so umfangreich ist.

Viel Atmosphäre, wenig Spannung

Linda Hardin ist erst vor kurzem zum ersten weiblichen Sheriff von Rowan County ernannt worden und schon bekommt sie es mit dem ersten Mordfall zu tun. Eine Frau ist ermordet worden und keiner scheint irgendetwas zu wissen. Die lokalen Politiker haben noch Probleme mit der Ernennung von Linda zum Sheriff und würden ihr am liebsten den Fall entziehen. Zufällig ist gerade Lindas Bruder auf Heimaturlaub. Er ist Ermittler bei der US Army und könnte seiner Schwester bei den Ermittlungen unterstützen, allerdings hat er auch noch einige persönliche Probleme zu klären. Die beiden machen sich dennoch auf die Suche nach dem Mörder und setzen dabei ihr Gespür für die Region und die Menschen vor Ort ein …

Der Autor Chris Offut hat bereits sowohl in seiner amerikanischen Heimat als auch in Europa Auszeichnungen für seine Romane erhalten, so dass ich sehr gespannt in sein neues Werk »Unbarmherziges Land« gestartet bin. Er erzählt die Geschichte in einem rauen, aber für die Region sehr authentisch wirkenden Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat. Obwohl es sich um einen Kriminalroman handelt, steht aus meiner Sicht weniger die Aufklärung eines Verbrechens im Vordergrund, als vielmehr die Charakterisierung und Beschreibung der Bergregion in Kentucky mit ihren Bewohnern. Dies hat zur Folge, dass der klassische Spannungsbogen etwas unter der detailreich beschriebenen Milieustudie leidet, gleichzeitig der Roman so aber deutlich an Tiefe gewinnt. Gerade der sehr ehrlich wirkende Schreibstil von Chris Offut setzt dem Buch einen sehr prägenden Stempel auf und verleiht der Geschichte mit den sehr interessant ausgearbeiteten Protagonisten eine enorme Tiefe. Auch das Finale konnte mich mit einer passenden und so nicht erwarteten Auflösung überzeugen.

Wer also über den normalen Kriminalroman hinaus auch in eine recht unbekannte Region mit ihrer speziellen Art eintauchen möchte, dem sei »Unbarmherziges Land« ans Herz gelegt. Ein aus meiner Sicht lesenswerter Roman, den ich mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

Ein Meisterwerk in wenigen Worten

»Unbarmherziges Land« ist ein Kriminalroman von Chris Offutt, der 2021 bei Tropen in der Übersetzung von Anke Caroline Burger erschienen ist. Der Titel der amerikanischen Originalausgabe lautet »The Killing Hills« und ist 2021 erschienen.

Zum Autor:
Chris Offutt, geboren 1958, ist Autor mehrerer Romane, für die er mit dem Whiting Writers Award und dem American Academy of Arts and Letters Fiction Award ausgezeichnet wurde. Zuletzt erhielt er 2019 für Country Dark den französischen Prix Mystère de la Critique. Er lebt im ländlichen Lafayette County in der Nähe von Oxford, Mississippi.

Meine Meinung:
Schon der Einstieg zeigt die Naturverbundenheit, aber auch die Einstellung der Menschen, sich vorwiegend nur auf sich zu verlassen. Dann der erste Auftritt der Hauptfigur Mick Hardin, der sich in eine abgelegene Hütte zurückgezogen hat, um sich sinnlos zu betrinken. Er arbeitet als Militärpolizist, der sich um Mordfälle weltweit in der US-Armee kümmert. Er hat Heimaturlaub, um seiner Frau bei der Geburt des ersten Kindes beizustehen.

Mit wenigen Worten schafft der Autor eine nahezu vollständige Beschreibung der Situation. Es passt zur Mentalität der Bewohner dieses Landstreifens. Man redet nicht viel und so vermeidet auch der Autor überflüssige Worte. Auch die meisten Figuren werden nur kurz skizziert und doch wirkt die Beschreibung vollständig.

Als seine Schwester, Sheriff der Region, ihn um Unterstützung im Mordfall bietet, beginnt Mick Hardin zu ermitteln. Er ist naturverbunden und er weiß, wie die Menschen hier denken und handeln. Man löst seine Probleme ohne die Obrigkeit und Blutrache ist ein Thema. Mick handelt überlegt und seine Maxime ist es, weiteren Schaden zu vermeiden. Das bestimmt sein ganzes Handeln und er versucht auf die Betroffenen in diese Richtung einzuwirken. Er wirkt sehr kompetent und das in vielerlei Hinsicht. Beeindruckt hat mich sein moralischer Kompass, der ihn sehr sympathisch wirken lässt. So hat er am Ende alles aufgelöst und doch das Gefühl, total versagt zu haben.

Der Schreibstil ist besonders. Fast trocken beschreibt der Autor die Natur, die Gedanken und das Handeln der Menschen. Fast ausschließlich wird die Geschichte aus der Sicht von Mick Hardin geschildert. Fallrelevantes und Persönliches wechseln sich ab, Actionszenen sind selten und sind sehr dezent beschrieben. Der Fokus liegt auf der komplexen Hauptfigur. Manchmal gönnt der Autor sich eine Prise staubtrockenen Humors.

Fazit:
Mich hat dieses Werk begeistert und die Hauptfigur Mick Hardin ist der Hammer. Sein moralischer Kompass bestimmt sein Handeln und es ist überaus spannend, der Umsetzung zu folgen. Man gewinnt am Ende den Eindruck, kein unnötiges Wort gelesen zu haben. Deshalb bewerte ich das Buch mit der Höchstnote fünf von fünf Sternen (100 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus. Es lohnt sich.

Kentucky Hills

Linda Hardin ist der erste weibliche Sheriff von Kentucky und hat ihren ersten Mordfall. Als ein alter Mann eine tote Frau findet, glaubt nicht nur der lokale Politiker nicht daran, dass sie fähig ist, diesen Fall zu lösen. »Zum Glück« für sie ist gerade ihr Bruder Mick, eigentlich Ermittler beim CID in Deutschland, auf Heimaturlaub, und Mick wird das Kind schon schaukeln.

Mit diesen kargen Worten ist eigentlich auch dieser karge Krimi erzählt. Ich hatte das Gefühl, der Autor hält nicht allzu viel von Frauen, zumindest nicht von Frauen, die eine verantwortungsvolle Aufgabe bzw. einen verantwortungsvollen Job haben. Dafür war er unglaublich heftig in den eigentlichen Protagonisten dieses Buches verliebt: Mick Hardin. Kann alles, weiß alles, ist besser als jeder andere, sieht und hört all das, was andere nicht sehen und hören, versteht auf Anhieb, wer was warum macht …

Es war furchtbar ermüdend. Was er offensichtlich nicht begriffen hat – also der Autor, Mick schien es ziemlich egal zu sein – ist, dass er eigentlich nur ein Ar…och par excellence erschaffen hat. Einer, der seine Frau permanent allein in den Staaten lässt, während er selbst in Deutschland stationiert ist, sich aber wundert, wenn die irgendwann die Schnauze von ihm voll hat.

Die einzige Frage, die sich mir in dieser Hinsicht stellte, war, warum sie ihn überhaupt so lange ertragen hat. Weil er so ein Held ist, wahrscheinlich. Und damit er sich von ihr trennen kann, um als lonely wolf weitermachen zu können.

Wozu Linda, die Sheriff, eingeführt wurde, weiß zum Schluss eigentlich weder eine LeserIn noch der Autor, nehme ich an. Ihr Job war es, »Ja, Mick« oder »Nein, Mick« zu sagen und als Stichwortgeber (gedanklich) zu dienen, um uns tumben LeserInnen klar zu machen, wie genial Mick war. Gähn.

Ein bisschen Lokalfeeling werte ich positiv, den Rest des männlich-feuchten »Krimis« kann man höchstens als Einschlafhilfe werten.

The Killing Hills

Kentucky, ein »Flyover State«? Nicht bei Chris Offutt! Mit »Unbarmherziges Land« hat der Autor einen Krimi vorgelegt, der nicht in den glitzernden Metropolen an der US-Ostküste spielt, auch kalifornische Lässigkeit sucht man vergebens. Der englische Originaltitel des Romans verrät, worum es in der Geschichte geht: »The Killing Hills« oder »Nomen est Omen«. Ein auktorialer Erzähler führt durch das Geschehen:

Eigentlich möchte Mick Hardy, der als Ermittler der amerikanischen Armee tätig ist, seinen wohlverdienten Heimaturlaub genießen, als ihn der Hilferuf seiner Schwester Linda erreicht. Sie hat es in einer Männerdomäne weit gebracht: Als erster weiblicher Sheriff von Rowan Country hat Linda das Sagen, bis ein Mordfall ihre Position gefährdet. Eine Frau wurde tot aufgefunden. Die lokalen Politiker vertrauen Linda nicht, im konservativen Kentucky würden sie der weiblichen Führungskraft den Fall am liebsten entziehen. Als Linda & Mick mit den Ermittlungen beginnen, wird der Fall immer mysteriöser …

Auf den ersten Blick erinnert »Unbarmherziges Land: Ein Kentucky-Krimi« an »Winters Knochen« – die Menschen vertrauen der Zentralregierung und auch den lokalen Würdenträgern nicht, Selbstjustiz vor dem Hintergrund einer kargen Landschaft ist keine Seltenheit. Sprachlich und stilistisch kommt »Unbarmherziges Land« jedoch nicht ganz an Daniel Woodrells Meisterwerk heran.

Man darf als Leser/in auch keinen schnöden Spannungskracher erwarten, mich hat Offutts Roman jedoch gut unterhalten, auch wenn Eheprobleme im Krimigenre fast schon zum Inventar gehören – mit seiner schwangeren Frau verbindet Mick nicht mehr viel.

Interessant fand ich die zwischenmenschlichen Verwicklungen dennoch, insgesamt habe ich »Unbarmherziges Land« gerne gelesen. Dank der kurzen Kapitel konnte ich der Erzählung rasch folgen. Offutts Erzählweise evoziert bewegte Bilder – »Im Morgengrauen sangen die ersten Vögel. Wenigstens hatte ihn kein Alptraum geweckt.«

Wie die Geschichte endet, will ich an dieser Stelle nicht verraten, ich kann nur sagen, dass mich »Unbarmherziges Land« nicht enttäuscht hat. Vier verdiente Sterne!

US-Lokalkolorit und ein spannender Mordfall

Dieser Krimi wirkt aus »europäischer« Sicht nicht nur aufgrund der Geschichte spannend, sondern auch, weil er so viel Lokalkolorit und Eigenheiten hat. Ob das akkurat ist oder nicht, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber im Buch kommen die Einwohner der (fiktiven) Kleinstädte zwischen den bewaldeten Hügeln Kentuckys speziell rüber.

Nicht nur, dass jeder jeden kennt, wenn er ihn nicht kennt, braucht er nur nach dem Familiennamen zu fragen und schon ist klar, welche der Vorfahren die eigenen Vorfahren mochten oder nicht. Alte Familienfehden halten sich hartnäckig.

Protagonist Mick Hardin, Soldat auf Heimaturlaub und Spezialist für Mordermittlungen (innerhalb des Militärs), stellt sich nie selbst vor, wenn er Unbekannte besucht, um sie zu befragen. Er stellt sich nur als Sohn seines Vaters vor. Ob das auch für Töchter gilt?

Abgesehen davon findet Autor Chris Offutt auf den 220 Seiten auch viel Platz für die Natur, die Lebensweise der Menschen und die Dynamik einer Kleinstadt mit all ihren Vorteilen und Nachteilen.

Obwohl er genug eigene Probleme zu lösen hat (wegen derer er Urlaub bekam), erwacht Micks Instinkt, als ihn seine Schwester Linda um Hilfe bittet. Sie ist der Sheriff des Ortes und arbeitet an einem Mordfall. Sie erkennt bald, dass hinter dem Mord diverse Interessen stecken könnten, in die sie sich in ihrer Position nicht hineinziehen lassen sollte.

Die Kapitel sind kurz, der Schreibstil flott und die Figuren nicht austauschbar und mit teilweise witzigen Eigenheiten ausgestattet. Sie driften nie zu sehr ins Klischee ab (bis auf wenige Ausnahmen, wo das definitiv gewollt ist) und obwohl man die Geschwister auch privat kennenlernt, hat man nicht das Gefühl, dass dieser Teil der Handlung zu viel Gewicht bekommt. Die Mischung stimmt.

Krimispannung Fehlanzeige

Mick Hardin ist Ermittler beim CID der US-Armee und auf Heimaturlaub, da seine Frau hochschwanger ist. Aber er ist nicht wirklich für sie da. Stattdessen vergräbt er sich in einer einsamen Hütte im Wald. Seine Schwester Linda wurde erst kürzlich zum ersten weiblichen Sheriff ernannt und steht nun vor ihrem ersten Mordfall. Sie zieht ihren Bruder Mick zu ihren Ermittlungen hinzu.

Man sollte meinen, dass Linda die Ermittlungen führt, aber so ganz hat es sich nicht herauskristallisiert, was sie wirklich in der Story macht. Für mich war sie eher eine Nebenperson, die Mick in seinem Tun bestätigt und nur für »Ja, Mick, toll« da war. Es hatte den Eindruck, als wenn der Autor es selbst nicht genau wusste.

Der Autor war – glaube ich – selbst verliebt in seinen geschaffenen Charakter Mick Hardin. Er hat ihn immer sehr großartig hingestellt als den, der alles kann und alles weiß. Dabei war er auch immer selbst von sich überzeugt und mit seinen Problemen beschäftigt. Allgemein war das Buch sehr männerlastig – Sohn, Enkel, Bruder …

Ein bisschen sehr machomäßig. wie ich finde.

Vieles wurde auch einfach an den Haaren herbeigezogen. Ein Maultier, das als Verandahalter herhalten muss, weil ein Holzbalken kaputtgegangen ist. Wer's glaubt … ich jedenfalls nicht.

Na ja, die Umgebungsbeschreibungen fand ich sehr schön. Sie haben ein wenig für das Kentucky-Flair gesorgt. Der Schreibstil war recht flüssig, hatte aber nichts Fesselndes an sich. Das war's dann eigentlich auch schon an den positiven Seiten des Buches.

Der Einstieg ins Buch hat mir noch gefallen, aber die Ermittlungen im Mordfall wurden dann eher Nebensache. Viel eher ging es dann um Familienfehden.

Mein Fazit:
Obwohl das Buch nur einen Umfang von 224 Seiten hat, habe ich es nach der Hälfte abgebrochen. Ich bin absolut nicht reingekommen und auch mit den Protagonisten nicht warm geworden. Ich habe leider nur 1,5 Sterne für dieses Buch übrig. Meine Zeit nutze ich lieber für andere, bessere Bücher.

Hillbilly-Krimi

Mick Hardin ist gerade auf Heimaturlaub in Eldridge County und unterstützt seine Schwester Linda, frisch zum ersten weiblichen Sheriff ernannt, bei ihrem ersten Mordfall. Mick hat mit seinen privaten Problemen zu kämpfen und stößt auch bei seinen Ermittlungen auf Widerstand und taube Ohren.

Die Story ist gespickt mit humorvollen Passagen, die die doch eher düstere Atmosphäre immer wieder auflockern, auch die Beschreibungen von Flora und Fauna waren ganz nett. Der Schreibstil des Autors hat mir zwar gefallen, allerdings hat mir in diesem Buch die Spannung gefehlt.

Die Protagonisten werden hinterwäldlerisch und teilweise geistig etwas unterbelichtet dargestellt. Mick als naturverbundener Mann stand sehr im Mittelpunkt des Ganzen und die anderen Charaktere, besonders seine Schwester Linda, blieben mir zu blass, sodass ich keinen richtigen Zugang zur Story fand.

Im Vordergrund stehen hier die Blutsverwandtschaften und Familienclans mit ihren eigenen Regeln, der Mordfall und deren Auflösung geraten hier eher zur Nebensache.

Dieses Buch hat mir leider nicht gefallen.