Cover von: SOG
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SOG

Der zweite Fall für Kommissar Huldar und Psychologin Freyja. Thriller
Buch
Gebundene Ausgabe, 448 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3442756642

ISBN-13: 

9783442756643

Erscheinungsdatum: 

18.09.2017

Preis: 

20,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 55.169
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3442756642

Beschreibung von Bücher.de: 

Zwölf Jahre nach dem Tod und der Vergewaltigung eines Mädchens wird eine Zeitkapsel in Reykjavik gehoben. Darin enthalten: 10 Jahre alte Briefe von Schülern, die beschreiben, wie sie sich Island im Jahre 2016 vorstellen. Darunter findet sich noch etwas anderes: eine unheimliche Botschaft, die akribisch genau die Initialen von zukünftigen Mordopfern auflistet. Kurz danach werden zwei abgetrennte Hände in einem Hot Tub in der Stadt treibend gefunden. Doch noch hat keiner eine Vermisstenanzeige bei der Polizei gestellt. Schon bald taucht die erste verstümmelte Leiche auf, dicht gefolgt von einer zweiten, und es ist klar, dass die Botschaft aus der Zeitkapsel ernst zu nehmen ist. Ein Fall für Kommissar Huldar, der sich beweisen muss: von seinen Leitungsaufgaben entbunden, wird er von den meisten seiner früheren Untergegebenen gemieden, die Beziehung zur Kinderpsychologin Freya ist ebenfalls ruiniert, was er zu reparieren hofft, indem er sie in die jetzigen Ermittlungen mit einbezieht ...

Kriminetz-Rezensionen

Die Geheimnisse der Zeitkapsel

Im Prolog, der im Jahre 2004 spielt, verschwindet die achtjährige Vaka, sie wurde zuletzt mit ihrer neuen Schulkameradin gesehen .

Dann gibt es einen Zeitsprung ins Jahr 2016. An einer Schule wird eine Zeitkapsel ausgegraben, in welcher sich alte Schulaufsätze von 2006 befanden. Die Schüler sollten dort beschreiben, wie sie sich Island in zehn Jahren vorstellen. Als darunter eine Liste entdeckt wird, auf der sich die Initialen von Menschen befinden, welche 2016 sterben sollen, wird die Polizei verständigt.

Der degradierte Kommissar Huldar wird mit diesem vermeintlich „kleinen Fall“ beauftragt. Als kurz darauf zwei abgesägte Hände und eine Leiche gefunden werden, gewinnt der Fall an Brisanz.

Kommissar Huldar bittet die Psychologin Freya um ihre Mithilfe, was seiner neuen Vorgesetzten Erla nicht sehr gefällt. Kurz darauf gibt es einen weiteren Toten und es wird klar, dass die Gründe für die Verbrechen bis weit in die Vergangenheit reichen.


Meine Meinung:
Die Ermittlungsarbeit der sympathischen Protagonisten wird sehr eindringlich geschildert. Stück für Stück erfährt der Leser mehr über die Zusammenhänge und Ursachen, welche zu den Verbrechen führten. Es herrschte von Anfang an ein hoher Spannungsbogen, die vielen Wendungen forderten höchste Konzentration beim Lesen. Es wurde alles schlüssig aufgelöst, mit einer Überraschung auf den letzten Seiten.

Als kleinen Kritikpunkt möchte ich noch anmerken, dass das Privatleben der Ermittler für meinen Geschmack etwas zu ausführlich behandelt wurde.

Daher vergebe ich vier von fünf Sternen.

Spannend und erschütternd

Kommissar Huldar wurde nach dem letzten Fall degradiert und wird irgendwie beschäftigt. Er hat mit Schulaufsätzen zu tun, die in einer Zeitkapsel steckten, welche nach 10 Jahren geöffnet wurde. Eine Botschaft ist darunter, die die Initialen von zukünftigen Mordopfern auflistet. Erla wurde befördert und hat es mit mysteriösen Mordfällen zu tun, bei der die Leichen verstümmelt wurden. Ein Zusammenhang liegt also auf der Hand. Huldar sucht auch wieder die Unterstützung von Freya, mit der er seit dem vorigen Fall keinen Kontakt mehr hatte.

Dies ist nach „DNA“ der zweite Band um dieses Ermittlerteam. Wie schon im vorigen Band geht es ziemlich grausam zu. Die Vorgeschichte der Ermittler wird noch einmal aufgegriffen, so dass man nicht unbedingt den Vorgänger gelesen haben muss. Allerdings wird manches ein wenig zu ausführlich erzählt. Dennoch ist die Spannung von Anfang an da. Die Atmosphäre ist recht düster.

Ein pädophiler Straftäter wird vorzeitig aus der Haft entlassen und eine furchtbare Mordserie beginnt. Was haben die Fälle miteinander zu tun? So nach und nach erkennt man die Verbindungen und am Ende geht es dann recht dramatisch zu.

Huldar ist ein guter Ermittler mit einem Gespür dafür, wenn irgendwo etwas nicht stimmt. Er sucht auch wieder die Verbindung zu Freya, nachdem beim letzten Mal nicht alles so gelaufen ist, wie er sich das erhofft hat. Zusammen mit Erla bilden sie ein gutes Team.

Auch wenn nicht alle Grausamkeiten ausufernd beschrieben sind, so ist es nicht immer leicht zu verkraften, was da passiert, ganz besonders wenn es um Kinder und Jugendliche geht.

Mir hat dieser spannende und packende Thriller gut gefallen.

Fesselnde Fortsetzung!

„Im Jahr 2016 werden folgende Menschen getötet: K, SG, BT, JJ, VL und I. Niemand wird sie vermissen. Am allerwenigsten ich. Ich kann es kaum erwarten.“

Etwas ratlos sitzt der in Ungnade gefallene Kommissar Hulder vor diesen Zeilen. Da er in seiner Abteilung nach dem letzten Fall degradiert wurde, darf er sich jetzt um die weniger spektakulären Fälle kümmern. Dieser Zettel tauchte auf, als aus einer Schule eine Zeitkapsel nach zehn Jahren geöffnet wurde.

Währenddessen bekommt Erla, die Huldar um seinen Chefposten beerbt hat, einen anonymen Hinweis auf „Polizeirelevantes“ in einem Garten. Zusammen mit Huldar macht sie sich auf den Weg. Tatsächlich werden auf dem Grundstück in einem Hot Tube (beheizter Gartenpool) zwei abgetrennte Hände gefunden. Der Besitzer des Gartens kann sich nicht erklären, wie diese Hände in seinen Pool kommen. Überzeugend ist er jedenfalls nicht.

Bezüglich des Schreibens aus der Zeitkapsel nimmt Huldar wieder Kontakt zur Psychologin Freyja auf. Einerseits um berufliches zu klären, andererseits möchte er trotz des Desasters der letzten Ermittlung auch privat ein bisschen mehr von ihr. Da Freyja jedoch auch im Kinderhaus degradiert wurde, ist das Verhältnis eher unterkühlt.

Yrsa Sigurdardottir’s Bücher sind immer ein Garant für Spannung. Sie schafft es, die Abgründe menschlichen Tuns überaus realistisch zu beschreiben, so dass ich immer förmlich an den Seiten klebe. Hier ist einfach alles stimmig. Ein, auf seine Tötungsarten bezogenener, „kreativer“ Täter, eine unfassbare Tragödie, die allem voranging und das Katz- und Maus-Spiel zwischen Freyja, Huldar und Erla.

Aber nicht nur das zeichnet ihre Bücher aus, unterschwellig schlägt die Autorin immer wieder gesellschaftskritische Töne an, hier insbesondere zum isländischen Rechtssystem. Obwohl dieser „Fall“ mit all seinen Vertuschungen auch in jedem anderen europäischen Staat hätte stattfinden können, denn Gewalt in der Familie ist immer noch ein Tabu-Thema und die Dunkelziffer der Opfer kaum zu benennen.

Ein wenig irritiert war ich nur am Anfang des Buches, so ganz habe ich nicht verstanden, warum Freyja und auch Huldar degradiert wurden. Aus welchem Grund sie so dermaßen in Ungnade gefallen sind, hat sich mir nicht ganz erschlossen. Aber vielleicht waren sie nur „gebrandmarkt“ von ihrem ersten Fall? Authentisch wiederum beschreibt die Autorin gekonnt die vielen kleinen Hässlichkeiten, die man mitunter von seinen Arbeitskollegen tagtäglich erfahren kann. Das ist durchaus realistisch.

Fazit: Ein überaus dramatischer Thriller mit gut gesetzten Spannungsbögen, sympathischen Ermittlern und einem sehr aufschlussreichem Epilog.

Eiskalte Rache

"SOG" ist der zweite Fall um Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freya. Man muss der ersten Band aber nicht unbedingt gelesen haben, denn die Vorgeschichte der beiden wird ausreichend erläutert.

Huldar, der nun nicht mehr leitender Ermittler ist, soll sich um einen Brief kümmern, der in einer Schule in einer sogenannten Zeitkapsel gefunden wurde. Darin ist eine merkwürdige Botschaft: Ein Schüler listet die Initialen von zukünftigen Mordopfern auf. Seine Chefin Erla hingegen, bekommt es mit einer ganz anderen Sache zu tun. Es werden zwar abgetrennte Hände gefunden, aber keine passende Leiche dazu. Als noch ein anderes Opfer gefunden wird, deutet alles darauf hin, dass es eine Verbindung zwischen dem Brief und den aktuellen Fällen gibt. Erla und Huldar beginnen gemeinsam zu ermitteln und müssen weit in der Vergangenheit graben, um zur Lösung des Falles zu gelangen.

Huldar schließt auch Freya in die Ermittlungen mit ein, mit dem Hintergedanken seine verkorkste Beziehung zu ihr zu retten. Aber auch das ist nicht so einfach.

"SOG" ist ein spannender Thriller, der einen gleich in seinen Bann zieht und miträtseln lässt. Man überlegt hin und her, wie das alles zusammenhängt und wer der Täter sein könnte. Und doch ist man meist auf der falschen Spur, denn das Ende ist doch überraschend.

Huldar und Freya sind mir beide sehr sympathisch. Ihre Geschichte zu verfolgen, ist sehr unterhaltsam und auch hier rätselt man, ob das was wird mit den beiden.

Ich freue mich auf weitere Bände dieser Reihe.

Der Brief aus der Zeitkapsel und ein blutiger Rachefeldzug

"Über Vergangenes mach dir keine Sorgen, dem Kommenden wende dich zu." (Dschuang Dsi)

Zwölf Jahre nach dem die kleine Vaka vergewaltigt und getötet wurde, wird in Reykjavik eine Zeitkapsel geborgen. In dieser Zeitkapsel haben vor zehn Jahren Schüler Briefe geschrieben, wie sie sich im Jahr 2016 Island vorstellen würden. Dabei entdeckt man einen Brief mit einer eigenartigen Botschaft. Der Verfasser teilt darin mit, dass Menschen getötet werden und listet diese anhand ihrer Initialen auf. Kommissar Huldar und sein Team stehen vorerst vor einem Rätsel. Vor allem nachdem man wenig später in einem Hot Tub zwei abgetrennte Hände findet. Bisher wird allerdings niemand vermisst, sodass sie diese Hände niemandem zuordnen können oder wissen, ob derjenige noch lebt. Wenige Tage später gibt es in einer Tiefgarage ein erneutes Todesopfer. Dort wird der Finder der abgetrennten Hände auf brutale Weise getötet. Doch das ist noch nicht alles, wenig später gibt es das nächste Opfer und diesmal wieder auf eine sehr brutale Weise getötet. Auffällig ist, dass die Opfer kurz vor ihrer Ermordung verschwinden und dass sie mit den Initialen vom Brief der Zeitkapsel identisch sind. Nebenbei kommt nach 10 Jahre Gefängnis der Mörder und Kinderschänder Jon Jonsson frei. Hat er was mit diesen Morden zu tun und warum hat sein Sohn Pröstur damals diesen Brief geschrieben? Derweil hat Kommissar Huldar ganz andere Sorgen: Er wurde von seinem Posten enthoben und möchte auch gerne wieder die ruinierte Beziehung von Freyja und ihm in Ordnung bringen. Deshalb versucht er, sie auch möglichst oft in die Ermittlungen miteinzubeziehen.

Meine Meinung:
Das ist mein zweites Buch dieser Autorin. Schon beim ersten Fall hatte ich damals die Spannung etwas vermisst, die mir auch hier in diesem Buch etwas gefehlt hat. Die Leseprobe hatte mich neugierig gemacht, doch nicht durchgängig konnte mich das Buch überzeugen. Zwar ist der Fall sehr interessant und auch die Ermittlungen, doch allzu oft driftet die Autorin in das Privatleben von Huldar und Freyja, das mich sogar gelegentlich ermüden lässt. Trotzdem fand ich dieses Buch ein wenig besser als den Vorband. Leider sind mir die Ermittler nach wie vor immer noch nicht ganz sympathisch, noch immer werde ich mit Huldar und seinen Frauengeschichten nicht warm. Ich empfinde diese chaotische Beziehungsgeschichte zwischen Huldar und Freyja sogar mitunter als sehr anstrengend. Sehr schwer tue ich mich auch mit den vielen eigenwilligen isländischen Namen. Das Cover ist wie beim Vorgänger einfach, aber geheimnisvoll. Öfters fehlte es für mich an einem kontinuierlichen Spannungsbogen, der jedoch um einiges besser war, als beim Vorband. Trotz des interessanten Falls ist es sicher für manchen Leser keine einfache Kost, da es unter anderem auch um das Thema Kindesmissbrauch geht. Von mir gibt es für dieses Buch 3 1/2 von 5 Sternen mit Luft nach oben.

Spannung im Isländischen Winter

Auch beim Nachfolger zu "DNA" spielt Yrsa Sigurdardottir ihre Stärken aus: subtiler Grusel, blutige Taten und ein scheinbar immer leicht verbraucht aussehender Kommissar Huldar prägen die Krimi-Handlung. Was man bemängeln kann, ist, dass Huldars private Probleme (diesmal nicht nur mit der Psychologin Freya) wieder sehr viel Raum einnehmen, die Ermittlungen aber nicht weiter stören. Hier wäre Potential, das Buch zu kürzen.

Huldar, der "dank" des vergangenen Falls die Mordarbteilung nicht mehr leitet, bekommt zu Beginn eine scheinbar unwichtige Aufgabe zugeteilt. Eine Schule meldete sich wegen eines Zettels, auf dem angeblich Morde für das aktuelle Jahr vorausgesagt wurden. Absehbar: Daraus entwickelt sich natürlich Größeres und der Zettel stellt tatsächlich das Bindeglied einer Reihe von kreativen wie bestialischen Morden dar.

Sowohl die Polizei als auch die teilweise wieder assistierende Freya (ebenso wieder mit viel Privatem vertreten) brauchen etwas lange, um bestimmte Zusammenhänge zwischen Zeugenaussagen, Taten und Beobachtungen herzustellen. Zusätzlich erschwert wird ihnen ihre Arbeit dadurch, dass im Archiv der Polizei, der Staatsanwaltschaft und anderer Behörden fast alle Unterlagen zu einem alten (und nun wieder interessanten) Fall einfach verschwunden sind.

Damals wurde ein mutmaßlicher und später tatsächlich inhaftierter Kinderschänder freigesprochen. Huldar darf nun in mühevoller Kleinarbeit die Seilschaften hinter dem damaligen Verfahren aufdecken, um auch die aktuellen Fälle zu lösen. Spannung gibt es auf dem Weg dahin definitiv genug, der kalte Isländische Winter schafft die richtige Atmosphäre. "Sog" ist Programm, der Thriller lässt sich schnell lesen, auch wenn er kein komplett durchgehender Pageturner ist. Für Fans nordischer Spannungsliteratur aber auf jeden Fall eine Empfehlung.