Cover von: Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar
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Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar

Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 416 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3462001981

ISBN-13: 

9783462001983

Auflage: 

1 (10.02.2022)

Preis: 

12,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3462001981

Beschreibung von Bücher.de: 

Judith Potts hat ein Hobby und wir eine neue Krimireihe: willkommen im Mordclub!

Simply wonderful: Der gute alte englische Krimi ist zurück! Als die leicht exzentrische Judith Potts mitbekommt, dass ihr Nachbar ermordet wird und die Polizei ihr das nicht glaubt, nimmt sie die Sache resolut selbst in die Hand.

Die siebenundsiebzigjährige Judith Potts lebt allein in einem verfallenen Herrenhaus im idyllischen Marlow und arbeitet als Kreuzworträtsel-Autorin für eine Zeitung. Sie genießt ihren beschaulichen, selbstbestimmten Alltag mit gelegentlichem Nacktschwimmen in der Themse und dem ein oder anderen Whisky.

Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt, als sie Zeugin eines Mordes auf dem Nachbargrundstück wird. Weil es weit und breit von der Leiche keine Spur gibt und die ansässige Polizei den Fall nicht ernst nimmt, beginnt Judith, auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei lernt sie die Hundesitterin Suzie und die neurotische Pfarrersfrau Becks kennen, die ihr fortan als »Marlow Murder Club« bei den Ermittlungen helfen.

Als es zu einem weiteren Mord kommt, erscheint der Fall immer rätselhafter …

Kriminetz-Rezensionen

Mrs Potts badet nackt

Judith Potts ist 77 Jahre alt und wohnt allein in einem großen Herrenhaus. Sie müsste nicht arbeiten, entwickelt aber trotzdem für diverse Zeitungen Kreuzworträtsel. Diese Tätigkeit sowie das Nacktbaden in der Themse, die direkt am Haus vorbeifließt, halten sie fit. Als sie eines heißen Sommerabends wieder einmal nackt in der Themse planscht, hört sie einen Schrei vom Nachbargrundstück, danach einen Schuss.

Die Polizei will ihr nicht glauben, dass etwas passiert ist, also sucht sie selbst – und findet die Leiche ihres freundlichen Nachbarn. Als wenig später ein zweiter Toter auftaucht und dann gar noch eine dritte Leiche, ist Judith klar: In Marlowe geht ein Serienmörder um und die Polizei braucht ihre Hilfe. Sie selbst rekrutiert eine Mannschaft aus zwei anderen Damen und gemeinsam gehen sie ans Recherchieren.

Ich bin ein absoluter Fan von Agatha Christie und bei den neueren englischen Krimis/Cosy Crimes hat es mir der Donnerstagmordclub angetan – auf dessen Erfolg ziemlich offensichtlich sowohl der Titel als auch die Prämisse aufspringen möchte. Und es hätte natürlich auch klappen können.

Allerdings hapert es hier an allen Ecken und Enden. Im ersten Moment hat man das Gefühl, der Autor wollte starke und intelligente Frauenfiguren entwickeln – tatsächlich haben sich die – besonders Judith – jedoch ziemlich oft ziemlich dämlich angestellt. Es ist auch nicht hilfreich, dass man sich hier eines bei Krimilesern sehr bekannten Themas bedient, um den Fall zu entwerfen, das wird sehr schnell offensichtlich. Man bekommt nur wenig Zugang zu den Charakteren und gerade die Hauptcharaktere der Geschichte sind entweder blass oder nicht sonderlich sympathisch. Dazu kommt, dass gern innerhalb der Absätze die Perspektive gewechselt wird, was wirklich störend ist.

Aber am schlimmsten war das Ende. Davon abgesehen, dass der Täter normalerweise einfach geschossen hätte, anstatt sich stundenlang ein Ohr abkauen zu lassen, sorgt ein umgestürzter Baum dafür, dass man scheinbar auf Tausenden Kilometern nicht mehr weiterkommt und eine Nichtschwimmerin mit Hund olympische Leistungen vollbringt. Alles in allem hätte es eine amüsante, very british Lektüre werden können, wenn die Umsetzung mehr Liebe und Können erfahren hätte. 2,5/5 Punkten.

Drei Morde und ein Ermittlertrio, das seinesgleichen sucht – herrlich unterhaltsam und kurzweilig

Marlow, England: Beim Nacktbaden in der Themse hört die 77-jährige Judith Potts vom Nachbargrundstück einen Schuss. Sie informiert die Polizei, die schauen sich jedoch nur halbherzig um und machen dann gar nichts mehr. Das kann Judith nicht auf sich beruhen lassen. Immerhin geht es um ihren Nachbarn, den sie dann auch tatsächlich tot auffindet.

Sie beginnt zu ermitteln und lernt dabei die beiden Frauen Suzie und Becks kennen, die sich kurzerhand anschließen. Als dann auch noch der nette Taxifahrer Iqbal und danach die Besitzerin der Ruderschule Liz ermordet werden, gehen alle von einem kaltblütigen Serienmörder aus – haben aber keine Ahnung, welche Verbindungen die Morde haben. Zusammen mit Polizistin Tanika, die zuerst nicht über die sich einmischenden Damen erfreut ist, stürzen sie sich in die Aufklärung der Morde.

Nacktbaden, Whisky trinken, Kreuzworträtsel anfertigen – Judith ist eine echte Marke und ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen. Sie mag exzentrisch sein, aber sie ist auch ein Pfundskerl, würde ich meinen. Ebenso wie Suzi und Becks. Alle drei könnten unterschiedlicher nicht sein (vom Alter, vom Charakter, von der Lebensweise) und ergänzen sich doch so perfekt. Mit ganz viel englischem Humor, witzigen Szenen, Situationskomik und teils herrlich trockenen Dialogen konnte mich das Buch begeistern. Der Schreibstil ist so gut zu lesen und ich hatte alles immer direkt vor meinen Augen. Natürlich ist es kein allzu ernst zu nehmender Krimi, denn keine Polizei würde sich derart vorführen lassen, wie es hier der Fall ist. Doch es passt einfach und damit ist das für mich absolut okay.

Ich hatte viel Spaß, die drei Frauen bei ihren Überlegungen zu begleiten und wurde mehrfach aufs Glatteis geführt. Mir war bis zum Ende nicht klar, wer hier wen und warum aus dem Weg geschafft hat. Die Auflösung empfand ich als gekonnt, stimmig und das Buch wurde zum Ende hin dann auch noch richtig spannend und zum Mitfiebern.

Die Story lebt von ihren Charakteren. Jede der Frauen hat etwas an sich, womit man sich identifizieren kann und was sie liebenswert macht. Keine ist perfekt, alle haben sie ihr Fehler und Macken. Ich freue mich auf die Fortsetzung, die im Frühjahr 2023 erscheint und empfehle diesen Krimi denen, die es gerne humorvoll und menschlich mögen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen.

Schöner, runder englischer Krimi

Judith Potts lebt alleine in einem Herrenhaus in dem kleinen Örtchen Marlow und arbeitet mit ihren 77 Jahren als Kreuzworträtsel-Autorin. Sie genießt ihr beschauliches Leben und gönnt sich zwischendurch immer wieder ein Nacktbad in der Themse. Dabei wird sie Zeugin eines Mordes bei ihrem Nachbarn. Die herbeigerufene Polizei findet aber nichts und nimmt Judith nicht ernst. So bleibt ihr nichts anderes übrig, als die Sache selbst in die Hand zu nehmen und so beginnt sie ihre eigenen Ermittlungen. Dabei lernt sie die Hundesitterin Suzie kennen und die neurotische Pfarrersfrau Becks, die ihr mal mehr, mal weniger freiwillig bei ihren Ermittlungen helfen. Ein weiterer Mord macht den Fall noch rätselhafter …

»Mrs Potts’ Mordclub und der tote Nachbar« ist der erste Teil der Reihe von Robert Thorogood.

Judith Potts führt ein beschauliches Leben, liebt ihren Schluck Whisky abends und das Nacktschwimmen in der Themse. Im Ort kenn sie eigentlich jeder, denn irgendwie wirkt sie exzentrisch. Der Mord auf dem Nachbargrundstück bringt eine gute Portion Aufregung in ihr Leben, was sie sichtlich genießt und sich natürlich sofort in die Ermittlungen stürzt. Dabei wird sie von Suzie und Becks unterstützt. Während Suzie die Ermittlungen fast genauso genießt wie Judith, hat die neurotische Becks so ihre Probleme damit und kann nur schwer aus ihrem Dasein als Pfarrers-Ehefrau ausbrechen.

Die Ermittlungen führen die Damen quer durchs Dorf, aber irgendwie scheint alles nicht zueinander zu passen. Die Polizei hat natürlich Probleme mit einem ermittelnden Damenclub, aber eine doch recht verständnisvolle Ermittlerin, die sich zwar an ihre Regeln klammert, aber gerne die Erkenntnisse der Damen nutzt. Das Vorgehen der Damen ist oftmals erfrischend naiv und bringt sie in oftmals in ungemütliche Situationen.

Der Fall scheint verzwickt, denn nichts scheint zusammenzupassen. Die Ermittlung der Damen haben mir gut gefallen, manchmal zielstrebig, manchmal am Ziel vorbei, versuchen sie dem Ganzen auf den Grund zu gehen. Die Charaktere fand ich meist sympathisch, allerdings empfand ich Becks neurotische und für mich zwangsgestörte Art manchmal ein wenig anstrengend.

Das Finale empfand ich wirklich spannend erzählt, allerdings die eigentliche Auflösung dagegen etwas einfallslos und schon mehrfach gelesen und im Film und Serien gesehen.

Mein Fazit:
Ein schöner, runder englischer Krimi, der zu unterhalten weiß, ich werde die Reihe gerne weiter verfolgen.

Skuril und very British

Robert Thorogood, bekannt als Autor von »Death in Paradise« hat hier einen wunderbaren, unterhaltsamen Krimi im Miss-Marple-Style geschrieben.

Judith Potts, exzentrische Bewohnerin von Marlow, hört beim Nacktbaden in der Themse einen Schuss und ist sich sicher, dass ihr Nachbar ermordet wurde.

Da sie mit den Ermittlungen der hiesigen Polizei nicht so einverstanden ist, nimmt sie kurzerhand den Fall selbst in die Hand.

Ab hier beginnt ein wirklich besonderes Lesevergnügen. Zu Mrs. Potts gesellen sich noch zwei weitere Damen. Die neurotische und unsichere Pfarrersgattin Becks Starling und die Hundesitterin Suzie – auch ein wenig außerhalb der Norm.

Die Damen ermitteln auf Teufel komm raus, egal ob sie sich dabei in Gefahr bringen oder nicht. Dabei geraten sie in viele sehr skurrile Situationen. Der Schreibstil von Robert Thorogood ist flüssig und gespickt mit jeder Menge britischen Humor.

Der Fall selbst ist sehr spannend. Man hat als Leser alle Möglichkeiten mitzurätseln und es bleibt bis zum überraschenden Ende spannend.

Das Dorf Marlow, das tatsächlich existiert, ist schön beschrieben und man hat direkt eine Vorstellung, in welcher Umgebung die Handlung spielt.

Das Damentrio habe ich zum Schluss sehr ins Herz geschlossen und ich freue mich auf ein weiteres Lesevergnügen der besonderen Art im Folgeband.

Rückkehr der modernen Miss Marple

Cover:
Englisches Städtchen namens Marlow, passt genau zu dem Inhalt. Hier fühlt man sich doch gleich wohl.

Kurzer Einblick in den Inhalt:
Judith Potts, 77 Jahre, begeisterte Nacktschwimmerin und nicht abgeneigt, den Abend mit Whisky zu beenden. So auch an diesem so herrlichen Abend. Nur bekleidet mit einem Umhang – der Tarnumhang und Gummistiefel, das Bild ist schon sehr schmunzelbedürftig – geht sie an die Themse, da ihr geerbtes Herrenhaus an deren Ufer liegt und genießt ihr allabendliches Schwimmen im Fluss. Es ist schon dunkel, keiner sieht sie und sie schwimmt wie immer nackt. Plötzlich hört sie jemanden rufen und dann einen Schuss. Alles kam von dem Haus ihres Nachbarn Stefan. Nach einer gefühlten Ewigkeit schwimmt Judith zurück ans Ufer, rennt ins Haus und verständigt die Polizei. Aus dem Fenster sieht Judith dann die Streifenwagen vor Stefans Haus ankommen.

Am nächsten Morgen wird sie vom Telefon geweckt. Es ist DS Malik von der hiesigen Polizei. Das Gespräch ist für Judith alles andere als produktiv. Es ist lächerlich. Da Stefan ihr Nachbar war, beschließt sie, selbst auf Ermittlungstour zu gehen. Ob der Alleingang sinnig ist, sei umstritten, aber Judith ist nun mal so und deshalb: auf ins Abenteuer. Wer weiß, was alles zutage kommt.

Fazit:
Dem Autor Robert Thorogood ist ein sehr spannender, kurzweiliger Cosy-Krimi gelungen. Der Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut, ist mitreißend und nicht langweilig. Der britische Humor kommt auch nicht zu kurz.

Die Geschichte um die eigenwillige Judith Potts, 77 Jahre, die ihre Nase in Dinge steckt, die sie nichts angehen, erinnern sehr an die schrullige Jane Marple. Obwohl die beiden nicht zu vergleichen sind.

Die Geschichte hat von Anfang bis zum Ende einen roten Faden, der nicht gerade durchläuft, sondern schon einige Abzweigungen nutzt, um den Leser zu verwirren. Trotz der Hinweise kam ich nicht auf den Täter und das war schon mal gut.

Dass sich aufgrund der Ermittlungstätigkeit von Jane, ähm, nein von Judith ein Mordclub von drei Damen wie von selbst gründet, ist schon etwas gewagt. Aber dass sich alles so schön verselbstständigt, ist hervorragend umgesetzt.

Ich finde, es war ein hervorragender Cosy-Krimi und kann ihn nur weiterempfehlen. Freu mich auf eine Fortsetzung des Mordclubs.

Sehr unterhaltsamer Cosy Crime

Der Start einer neuen Krimi-Reihe aus der Feder von Robert Thorogood um die umtriebige Mrs. Potts is very british.

An der Themse gelegen ist das Städtchen Marlow. Eine Idylle, in der nie etwas passiert – bis eines schönen Abends aus Nachbars Garten ein Schrei an Judiths Ohr dringt: »Hey, nein.« Sie ist alarmiert, ruft – natürlich – nach der Polizei, die jedoch nichts Außergewöhnliches feststellen kann. Ein wenig neugierig ist sie schon, die nicht mehr ganz junge Mrs. Potts. Also nimmt sie selber die Ermittlungen auf und wird tatsächlich fündig – im Wassergraben liegt ein Toter.

Zunächst ist sie – eine resolute Lady, die ihre Schrullen pflegt und sich regelmäßig mit einem Whisky belohnt – alleine dabei, sich auf die Fährte eines vermeintlichen Mörders zu setzen. Erst als ein Zweiter ins Gras beißen muss, kommt die träge Polizei in die Gänge – so einigermaßen zumindest.

Becks Starling ist die Pfarrersfrau und als solche geht sie ganz in ihrer Rolle auf. Sie ist das glatte Gegenteil von Judith und doch treffen sie aufeinander, beschnuppern sich und bald sind sie auf einer Linie, die geradezu pedantische Becks taut mehr und mehr auf, es hat ein wenig gedauert, aber dann hat sie auch mein Herz erobert. Die Dritte im Bunde ist die Hundesitterin Suzie Harris. Sie kann nicht viel erschüttern, passt hervorragend in dieses Trio.

Spuren gibt es viele, aber alle führen sie ins Nichts. Der Autor versteht es hervorragend, seinen Lesern immer wieder ein paar Brocken hinzuwerfen. Und kaum hat man einen neuen Verdächtigen ausgemacht, hat der ein Alibi, wenn auch nicht unbedingt wasserdicht, so aber doch nicht von der Hand zu weisen. Die Spuren verdichten sich, auch die vermeintliche Mordwaffe und noch so einiges passen zu den Taten.

Gemeinsam sind sie unschlagbar, die drei Meisterdetektivinnen. Sie gehen es forsch und unerschrocken an, sind immer einen Tick besser als die Polizei erlaubt. Auch wenn sie so manches Mal ein klein wenig am Erlaubten gerade nochmal so vorbeigeschrammt sind – die Fälle sind mit tatkräftiger Unterstützung von Judith, Suzie und Becks aufgeklärt.

Die drei »Polizistinnen ehrenhalber« haben sich tapfer geschlagen. Sie waren unermüdlich bis zur Erschöpfung im Namen der Gerechtigkeit unterwegs und haben das Ding schon geschaukelt. Ein wenig spitzbübisch, immer hellwach – es hat gepasst. Sie haben sich nicht gesucht, aber gefunden.

Bei ihren nächsten Fällen werde ich ganz bestimmt wieder dabei sein, das Vergnügen werde ich mir nicht entgehen lassen. Ein herrlicher Lesespaß, der durch so etliche logische Schnitzer zwar nicht geschmälert wurde, die es aber ob der Fülle dieser nicht gebraucht hätte.

Mrs Potts ermittelt

Judith Potts ist eine etwas unkonventionelle, leicht spleenige ältere Frau. Sie lebt alleine in einem alten Herrenhaus und arbeitet als Kreuzworträtsel-Autorin. Abends geht sie sehr gerne mal in der Themse nackt schwimmen und beendet den Abend bevorzugt mit einem Whisky.

Ihr betuliches Leben ändert sich, als sie Zeugin eines Mordes auf dem Nachbargrundstück wird. Dummerweise gibt es keine Leiche. Es gibt auch keine Spuren und die hiesige Polizei macht keine richtigen Anstalten, in dem Fall zu ermitteln. Also beginnt Judith selbst nachzuforschen.

Das Cover ist ein bisschen blass geraten. Es gibt einen Einblick in ein typisches englisches Dorf.

Die Charaktere sind etwas überzeichnet und recht skurril. Nach und nach werden mehr Informationen bekannt und die Personen werden vertrauter.

Judith ist wie ein kleiner Terrier. Nachdem sie festgestellt hat, dass die Polizei es nicht so ernst mit den Ermittlungen sieht, übernimmt sie das. Einmal festgebissen, lässt sie nicht mehr los. Als sie dann noch auf die etwas ältere
Hundesitterin Suzie und die etwas neurotische Pfarrersfrau Becks trifft, ist das Ermittlungstrio perfekt. Am Ende dürfen sie sogar ganz offiziell der Polizei bei der Aufklärung helfen. Denn die ist total überfordert und tritt auf der Stelle.

Der Schreibstil ist für mich typisch englisch und hat den von mir so geliebten schwarzen Humor. Es gibt viel Situationskomik und was so schön anders ist, es wird sehr viel nach Bauchgefühl und Spürnase ermittelt. Kommen die Frauen mal in eine brenzlige Situation, ist ihre Lebenserfahrung von großem Nutzen.

Dieser Krimi kommt auch ohne großes Blutvergießen aus. Fließend geschrieben und mit einem leichten Spannungsbogen versehen, der bis zum Ende erhalten bleibt. Es macht Spaß mitzurätseln, aber es kommt immer wieder etwas anders als gedacht. Denn peu à peu werden mehr Details bekannt gegeben. Da aber die Landschaftsbeschreibungen wunderbar gelungen und die Figuren so herrlich überzeichnet sind, liest sich dieser Krimi sehr gut.

Ein unaufgeregter Krimi mit gut aufgelegten Charakteren, der große Lust auf mehr macht.

Miss Marples ebenbürtige Erben

Die kleine, beschauliche Stadt Marlow ist die Heimat der 77-jährigen Judith Potts. Judith liebt Whisky, schwimmt gerne nackt in der Themse, entwirft Kreuzworträtsel und liebt ihre Unabhängigkeit.

Als sie beim Schwimmen einen Schuss hört und die Polizei alarmiert, findet sie sich unvermittelt in einer Morduntersuchung wieder. Die Polizei geht davon aus, dass Judiths Nachbar – das Opfer – Selbstmord begangen hat, was Judith wiederum nicht glaubt. Kurzentschlossen kümmert sie sich selber um den Fall. Bei ihren Nachforschungen lernt sie die Hundesitterin Suzie und die Pfarrersgattin Becks kennen, die Judith mal mehr, mal weniger begeistert bei den Ermittlungen unterstützen.

Der Fall ist kniffliger als ein Kreuzworträtsel, bis Judith den entscheidenden Hinweis findet und sich dadurch in tödliche Gefahr bringt.

Ich habe mich schon lange nicht mehr mit einem Buch so wohlgefühlt und dabei vor Spannung fast an den Fingernägeln geknabbert, unterbrochen von so manchen Lachanfall.

Zuerst mache ich Judiths Bekanntschaft, die mir mit ihren Macken gleich sympathisch war. Da sich die Polizei Judiths Meinung nach nicht genügend um den Mord kümmert, ergreift sie kurzerhand die Initiative. Ein wenig hat sie mich an die legendäre Miss Marple erinnert.

Der Autor stellt ihr zwei weitere sehr sympathische Mitstreiterinnen zur Seite. Becks geht – ganz vorbildliche Pfarrersfrau – ganz in der Fürsorge für die Familie auf und hält sich strikt an die Konventionen. Man merkt aber schnell, dass es da noch eine andere, rebellische Seite gibt. Suzie vervollständigt das Trio. Sie hat mich an die gute alte Hippie-Zeit denken lassen.

Der Fall selbst wird immer undurchsichtiger. Nichts scheint Sinn zu ergeben. Mal fehlt das Motiv, dann wieder hat der Verdächtige ein Alibi.

Die Lösung des Falles ist stimmig, aber fast Nebensache, da das Trio zu absoluter Höchstform aufläuft und mir noch einige Schrecksekunden beschert.

Das Buch hat mich in jeder Beziehung überzeugt, so dass ich mich auf eine Fortsetzung freue. Bis dahin ein Glas Whisky bitte!

Launig

Diese Rezension behandelt das Hörbuch.

Zum Inhalt:
Nachdem Mrs. Judith Potts – exzentrisch, Ende 70, wirtschaftlich unabhängig, Eigenheim am Fluss in Marlow – beim Nacktbaden einen Schuss hört, glaubt ihr die örtliche Polizei nicht, bis Judith höchstselbst die Leiche aufspürt. Bei dem einen Toten bleibt es nicht und sie trifft auf Becks, eine Pfarrersgattin und Suzie, eine Hundeausführerin. Gemeinsam gründen sie einen Mordclub und schnüffeln so gut, dass sie der leitenden Beamtin eine große Hilfe bei der Aufklärung der Morde werden.

Mein Eindruck:
Robert Thorogood ist der Schöpfer von »Death in Paradise« und dort für witzige, rasante Plots bekannt. Bei »Mrs. Pott’s …« lässt er sich länger Zeit, um die Figuren einzuführen. Fast zu lange, denn der Beginn gerät dadurch zäh und langweilig und seine drei Hauptfiguren handeln so übertrieben und wirklichkeitsfern, dass man sich nur schwer mit ihnen identifizieren kann.

Glücklicherweise kommt dann – wenn auch spät – Schwung in die Geschichte, die Ermittlungen werden zielführender, die Charaktere bekommen Tiefe und der Slapstick weicht Humor. Zum Schluss wird es sogar noch richtig spannend, – Judiths Vergangenheit als Cliffhanger hätte sich der Autor jedoch lieber sparen sollen.

Ähnlich wie die Geschichte verhält es sich mit der Sprecherin. Am Anfang eher ermüdend und ein bisschen lustlos, entwickelt sie sich zum Ende hin positiv und vermag die Spannung des Showdowns zu unterstreichen.

Mein Fazit:
Etwas Straffung des Beginns wäre gut, zum Ende doch noch interessant.

British Crime wie ich ihn liebe

»Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar« ist ein Kriminalroman von Robert Thorogood, der 2022 bei Kiepenheuer & Witsch in der Übersetzung von Ingo Herzke erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »The Marlow Murder Club« und ist 2021 erschienen.

Zum Autor:
Robert Thorogood ist ein englischer Drehbuchautor und Romancier. Er ist vor allem als Schöpfer der international gefeierten BBC-Krimiserie »Death in Paradise« bekannt und hat eine Reihe von Spin-Off-Romanen mit dem Detektiv DI Richard Poole geschrieben.

Meine Meinung:
Wer die Fernsehserie Death in Paradise mag, dem könnte auch dieses Figurenensemble zusagen. Schrullen und Macken haben die drei Hobbydetektivinnen reichlich. Judith ist aktiv, hat aber kaum Kontakte und nimmt die Dinge selbst in die Hand, als die Polizei ihren Beobachtungen eher mit Skepsis begegnet. Sie lernt die allein lebende und ziemlich neugierige Hundesitterin Suzie kennen, die nach dem Auszug ihrer erwachsenen Tochter auch ein einsames Leben führt, zumal der Kontakt zur Tochter nahezu eingeschlafen ist. Hinzu gesellt sich Becks, die vollkommen durch die Pflichten als Mutter einer Teenagerin und Ehefrau des Dorfpfarrers ausgelastet ist und ein bisschen neurotisch wirkt.

Meistens wird die Geschichte aus der Perspektive Judith Potts erzählt, deren Gedanken überaus erfrischend erscheinen. Sie aktiviert Suzie und Becks und überredet sie zu gemeinsamen Ermittlungen. Die drei Hobbydetektive wirken dynamisch und jede auf ihre Art sympathisch, auch wenn manchmal zu unkonventionellen Ermittlungsmethoden gegriffen wird und dabei nicht alles gesetzeskonform ist. Die junge Polizistin Emma ist mit der Leitung der polizeilichen Ermittlungen betraut und fühlt sich überfordert. Als keine Fortschritte erzielt werden, aber die Hobbydetektive ihr sachdienliche Hinweise geben können, holt Emma sie mit ins Boot.

Es beginnt wie ein harmloser Cosy-Krimi, aber dieser Eindruck täuscht. Der Plot ist komplex und wohldurchdacht, die Figuren bieten reichlich Platz für Überraschungen und es bedarf der Hartnäckigkeit einer Judith Potts, um letztendlich zum Täter vorzudringen. Der Kriminalroman strotzt vor Ideen, hat reichlich Humor bis hin zum Slapstick zu bieten und ist zudem sehr spannend. Beim Showdown zieht der Autor alle Register und liefert mehr als ein denkwürdiges Spektakel. Besonders gefallen hat mir außerdem die durch Judith angestoßene Entwicklung ihrer Partnerinnen. Mein Lesevergnügen war gewaltig.

Fazit:
Dieser Kriminalroman ist für mich sowohl in Handlung, Figurenzeichnung und Schreibstil bis auf wenige Übertreibungen nahezu perfekt, einfach British Crime at its Best. Deshalb bewerte ich das Werk mit fünf von fünf Sternen (95 von 100 Punkten) und spreche selbstverständlich eine Leseempfehlung aus.

Very british, spannend und amüsant

»Mrs. Potts Mordclub und der tote Nachbar« von Robert Thorogood, Verlag KiWi, habe ich als E-Book mit 302 Seiten gelesen. Diese sind in 39 Kapitel eingeteilt.

Als die 77-jährige sehr selbstbewusste Judith Potts bei ihrem abendlichen Nacktschwimmen in der Themse vom Nachbargrundstück einen Schrei und einen Schuss hört, verständigt sie die Polizei. Diese findet jedoch keinen Verletzten oder gar Toten. Also inspiziert sie selbst das Grundstück und findet auch ihren Nachbarn. Da sie die hinzugerufene Polizei als unfähig befindet, nimmt sie den Fall selbst in die Hand.

Dann gibt es einen weiteren Toten. Nun glaubt auch DS Tanika Malik nicht mehr an einen Zufall. Da sie noch nie mit einem Mordfall zu tun hatte, freut sie sich über Judiths Theorien. Auch hat Judith mit der neurotischen Pfarrersfrau Becks und der Hundesitterin Suzie Verbündete gefunden, die ihr bei den Ermittlungen helfen. Schnell haben sie sich auf einen Verdächtigen eingeschossen, der aber ein Alibi hat. Nun versuchen sie alles, um ihm die Tat nachweisen zu können. Dabei gehen sie sehr unkonventionell und mit Mitteln vor, die der Polizei nicht zur Verfügung stehen.

Judith ist durchaus ein Original, sie ist für ihr Alter sehr rüstig und agil, stakt mit dem Boot durch die Gegend, fährt Fahrrad und wundert sich immer, dass sie im Ort alle kennen und wissen, wo sie wohnt. Ihr imposantes Haus ist auch nicht gerade unauffällig, allerdings im Inneren doch etwas verwahrlost, was Judith aber nicht im Geringsten stört. Sie genießt ihren abendlichen Whisky und ihr ist es egal, was die Leute über sie reden. Trotzdem ich sie mir als Miss Marple vorstelle, erinnert sie mich manchmal an Inspektor Columbo, immer eine letzte Frage im Gehen.

Becks ist das genaue Gegenteil. Eine etwas eingeschüchterte, unsichere junge Frau, die darauf bedacht ist, allen alles recht zu machen. Dabei kommen ihre eigenen Wünsche zu kurz. Im Laufe des Falles nimmt sie allerdings an Fahrt auf und beweist, was in ihr steckt.

Und dann noch Suzie, die Hundesitterin. Sie ist sehr aufgeschlossen, redselig und neugierig, hat aber durchaus auch eine Menge eigener Probleme.

Die drei zusammen ergeben eine bunte, sehr gelungene und sympathische Mischung.

Auch DS Tanika Malik finde ich toll. Sie hat keine – oft bei Polizisten beschriebene – arrogante Art den Zivilisten gegenüber. Nachdem sie merkt, wie hilfreiche ihr die drei Damen sind, trifft sie eine ungewöhnliche Entscheidung.

Auch die anderen Charaktere sind sehr authentisch beschrieben. Mit allen Ecken und Kanten kann ich sie mir bildhaft vorstellen, mag sie oder auch nicht.

Insgesamt ist es ein wunderbares, spannendes Buch mit britischem Charme und Humor. Ich wünsche Judith ein langes Leben, welches mir noch viele angenehme Lesestunden beschert. Auch das Cover ist wunderbar britisch.

Marlow Murder Club

Die siebenundsiebzigjährige Kreuzworträtsel-Autorin Judith Potts lebt in einem heruntergekommenen Herrenhaus im idyllischen Marlow. Sie genehmigt sich gerne mal einen Whisky und genießt auch das Nacktbaden in der Themse. Dabei hört sie eines Tages einen Schuss und findet ihren Nachbarn tot auf. Doch als die Polizei erscheint, ist die Leiche verschwunden. Daher nimmt man die alte Dame nicht ernst. Als sie der Sache auf den Grund gehen will, lernt sie die Hundesitterin Suzie Harris und die Pfarrersfrau Rebecca (Becks) Starling kennen. Als »Marlow Murder Club« ermitteln sie nun gemeinsam. Dann gibt es einen weiteren Mord.

In diesem Krimi geht es etwas beschaulich und sehr britisch zu. Der Schreibstil ist bildhaft und erfrischend.

Die Charaktere sind gut und skurril dargestellt. Judith Potts mag ihr selbstbestimmtes Leben im idyllischen Marlow und pflegt ihre kleinen Marotten. Allerdings mag sie es nicht, wenn man sie nicht vor voll nimmt und so will sie die Sache mit ihren Helferinnen selbst klären. Die Polizei soll mit geringem Aufwand möglichst erfolgreiche Ermittlungsarbeit leisten. Nicht einfach! So stellt Detective Sergeant Tanika Malik das Trio kurzerhand als Hilfspolizistinnen ein und das Trio scheint bei den Ermittlungen der Polizei immer einen Schritt voraus zu sein.

Dieser Krimi verleitet dazu, dass man mitermittelt und man kann sich nie sicher sein, ob man auch auf der richtigen Fährte ist. Es gibt eine Reihe von Verdächtigen.

Ein Lesespaß für Agatha-Christie-Fans. Mir hat dieses ungewöhnliche Ermittler-Trio gut gefallen und ich würde gerne wieder mit den Damen ermitteln.