Cover von: Bluteiche
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Bücher.de Preis: 14,99 €

Bluteiche

Kriminalroman
Buch
Broschiert, 432 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

342630743X

ISBN-13: 

9783426307434

Auflage: 

1 (01.04.2021)

Preis: 

14,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 342630743X

Beschreibung von Bücher.de: 

In der Walpurgisnacht 1985 wird ein 16-jähriges Mädchen im Wald neben einem Schloss in Österlen ermordet. Alles wirkt, als habe man sie bei einem Ritual geopfert. Ihr Stiefbruder wird schließlich für die Tat verurteilt, und kurz darauf verschwindet die ganze Familie spurlos.

Im Frühling 2019 zieht die Ärztin Thea Lind im Schloss ein. Nachdem sie einen seltsamen Fund in einer uralten Eiche gemacht hat, steigt ihre Faszination für die Tragödie aus der Vergangenheit, die sich direkt neben ihrem neuen Zuhause zutrug. Je mehr Ähnlichkeiten sie zwischen der Kindheit des getöteten Mädchens und ihrer eigenen schmerzhaften Vergangenheit entdeckt, desto mehr ist sie überzeugt davon, dass die Wahrheit über diese Nacht nie ans Licht kam. Und dass der Frühling 1985 vielleicht mehr Opfer gefordert hat …

Der letzte eigenständige Kriminalroman von Anders de la Mottes hochgelobtem Jahreszeiten-Quartett, in dem er seine Leser in die schaurig schöne Abgeschiedenheit Südschwedens mitnimmt. Die Vorgänger SOMMERNACHTSTOD, SPÄTSOMMERMORD und WINTERFEUERNACHT wurden alle für den Preis als Schwedens bester Krimi nominiert.

Kriminetz-Rezensionen

Der grüne Reiter

Schauplatz Tornaby/Schweden: In der Walpurgisnacht wurde nahe dem Schloss Bokelund durch einen Ritualmord ein sog. Frühlingsopfer gebracht. In diesem vorliegenden Fall hat die 16-jährige Elita Svart im Jahr 1986 einige Kinder eingespannt, um diese Sage nachzuspielen, wobei sie selbst zum Opfer wurde. Ihr eigener Stiefbruder Leo hat sie umgebracht, er wurde verhaftet und hat seine Strafe abgesessen. Wollte Elita sterben und hat ihren Tod absichtlich so inszeniert? Was steckte dahinter? Ihre Angehörigen sind kurz nach dem Mord spurlos verschwunden.

In der Gegenwart haben Thea und David kürzlich geheiratet und sind neu in Schonen angekommen bzw. er ist zurück in den Ort seiner Kindheit. Er möchte ein Nobelrestaurant auf Schloss Bokelund eröffnen und sie wird Bezirksärztin. Theas Hund Emee findet auf einem ihrer Ausflüge in der sog. Galgeneiche eine Dose mit einem Foto und Thea ist fasziniert davon und möchte mehr über den Mord an Elita erfahren. Leider stößt sie in ihrem Umfeld auf Unverständnis und kämpft gegen eine Mauer des Schweigens. Thea lässt das alles keine Ruhe, sie fühlt sich an die eigene Vergangenheit erinnert und sie will wissen, was tatsächlich geschah, vor allem inwieweit ihr Mann und seine Kindheitsfreunde darin verstrickt sind. Und wer legt heute noch frische Blumen auf das Grab von Elita?

Die Geschichte wird parallel auf zwei Zeitebenen erzählt – 1986 und in der Gegenwart.

Zuerst das Positive – das Cover finde ich passend. Ich kannte bisher kein Buch des Autors. Die Kurzbeschreibung und der Plot klangen interessant. Leider hat mich dann dieser Krimi nicht so richtig gepackt. Für mich las sich der Anfang zäh, erst bei der Hälfte nahm das Buch an Fahrt auf. Die Örtlichkeiten wurden gut geschildert. Die Figuren allerdings waren durch die Bank unsympathisch, die Charakterisierung ging nicht sehr in die Tiefe und keiner konnte bei mir punkten. Jeder hatte hier etwas zu verbergen und ein Geheimnis. 

Angefangen bei Thea selbst. Sie hat erst kürzlich geheiratet, besondere Liebesbezeugungen mit ihrem Ehemann scheint es nicht zu geben, keine Gespräche etc. nichts. Interessant fand ich bei ihr, dass sie vorher als Pathologin und bei Ärzte ohne Grenzen gearbeitet hat und dann aufs Land als Bezirksärztin gezogen ist. Der Hintergrund wird erst mit der Zeit aufgedeckt bzw. die Gespräche mit Margeaux erst am Ende.

Ingrid, die dominante Schwiegermutter, die ihre Finger überall im Spiel hatte, hat mich eigentlich nur aufregt. In die von ihr geleitete Stiftung sind offensichtlich alle wichtigen Einwohner des Ortes eingebunden. Das Geheimnis Theas wird erst auf den letzten Seiten endgültig geklärt.

Die Vorgängerbände werde ich vermutlich nicht mehr lesen.

Die Vergangenheit treibt ein böses Spiel

In der Walpurgisnacht 1986 wird in Schweden ein junges Mädchen getötet. Alles sieht nach einem Mord, verübt von ihrem Stiefbruder aus. Er wird verhaftet und angeklagt. Viele Jahre später stößt die Ärztin Thea auf diese unheimliche Geschichte, die ein ganzes Dorf verschweigen möchte. Immer tiefer gerät sie in den Bann des vergangenen Geschehens, der auch sie und ihre neue Familie betrifft.

Intensive, langsam aufgebaute Spannung, eine facettenreiche, verschwörerische Geschichte, alte Mythen, Schuld und Sühne, all dies verpackt der Autor in eine intensive und spannungsreiche Geschichte, die sich immer mehr steigert und richtig gut geschrieben ist. Unbedingt lesen!

Geheimnisse

Die Ärztin Thea Lind zieht mit ihrem Mann David im Schloss in dessen Heimartort Österlen. Bei einem ihrer Spaziergänge macht Thea einen seltsamen Fund. Es erweckt ihre Faszination für eine alte Tragödie. In der Walpurgisnacht 1986 wurde ein Mädchen in dem Wald am Schloss ermordet. Ihr Stiefbruder wurde für die Tat verurteilt und nur kurz darauf verschwindet der Rest der Familie spurlos. Thea glaubt, dass damals nicht die ganze Wahrheit erzählt wurde und fängt an Nachforschungen anzustellen.

Die Handlung wird abwechselnd in zwei Zeiten erzählt. Der eine Handlungsstrang spielt 1986 bis zu dem Tod von Elita, dem ermordeten Mädchen. Was danach, nach ihrem Tod und wie es tatsächlich dazu kam, passiert ist, erfährt man erst ganz zum Schluss. Der zweite Erzählstrang spielt in der Gegenwart, wo Thea ihre Nachforschungen anstellt.

Den Einstieg in die Handlung habe ich als etwas zäh empfunden und es zog sich etwas. Immer wieder hat sich einiges wiederholt. Doch ich habe weitergelesen, weil ich doch wissen wollte, wie und durch wen Elita damals tatsächlich getötet worden ist. Die beiden Handlungsstränge feuern die Spannung natürlich an und sorgen für Abwechslung.

Thea fand ich sehr sympathisch und authentisch. Ich konnte mit ihr mitfühlen. Auch sie hat ein großes Geheimnis, was sie versucht vor anderen zu verbergen, weil es ihre Vergangenheit betrifft.

Den Schreibstil habe ich als sehr angenehm empfunden und es ließ sich flüssig lesen. Durch die tollen Beschreibungen konnte ich mir alles sehr gut vorstellen.

Mein Fazit:
Anfangs etwas zäh, aber durch die zwei verschiedenen Handlungsstränge doch sehr spannend. Eine komplexe und undurchsichtige Story, die sehr gut gelungen ist. Dafür gibt es eine Leseempfehlung von mir.
4 von 5 Sternen

Ein totes Mädchen über das alle schweigen

Die Ärztin Thea Lind zieht mit ihrem Mann in ein Schloss in seine Heimatstadt. Sie ist fasziniert von der Geschichte, die sich dort in der Nähe vor über 30 Jahren zugetragen hat. Ein junges Mädchen wurde in der Walpurgisnacht getötet und alles deutete auf einen Ritualmord hin. Als Thea bei einem Spaziergang eine alte Blechdose findet, die mit der damaligen Tragödie zu tun zu haben scheint, lässt sie die Geschichte nicht mehr los, zumal ihr Mann darin verstrickt ist. Schnell beginnt sie im Ort einigen Leuten auf die Füße zu treten.
Die Story wird auf zwei Zeitebenen erzählt und durch den eindringlichen Schreibstil des Autors ist man als Leser sofort mittendrin im Geschehen. Zwar brauchte es eine gewisse Zeit, bevor sich die Spannung aufbaute, doch dann wurde sie konstant gehalten und durch die düstere Stimmung hatte ich den einen oder anderen Gänsehaut-Moment.
Die Charaktere wurden facettenreich dargestellt und ich hatte als Leser schnell ein deutliches Bild der Protagonisten vor Augen.
Durch falsche Fährten und undurchsichtige Handlungsstränge erfahren wir erst ganz zum Schluss die mysteriösen Hintergründe und den Tathergang. Dieser atmosphärisch dichte, jedoch unblutige Krimi von Anders de la Motte hat mir sehr gut gefallen.